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Blaulicht

Tiefflug von Privatmaschine über Pfannenstiel hat Konsequenzen

Ende April geriet ein Kleinflugzeug im Landeanflug zu tief. Die SUST hat nun eine Untersuchung eingeleitet.

Der Durchstart der hier orange markierten Dornier erfolgte 20 Kilometer entfernt von der Piste. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hat nun einen Vorbericht zum Vorfall veröffentlicht.

Karte: Screenshot Flightradar24

Tiefflug von Privatmaschine über Pfannenstiel hat Konsequenzen

Flug über dem Oberland

Ende April startete eine Dornier 20 Kilometer vor der Landepiste in Kloten durch. Das schaut sich die Sust nun genauer an.

Martin Liebrich

Wie jetzt bekannt wird, kam es am vergangenen 20. April zu einem Vorfall mit einem Privatflugzeug über dem Pfannenstiel. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) bezeichnet diesen als schwer und hat am 31. Mai einen Vorbericht dazu veröffentlicht.

Demnach verlor an diesem Samstagmorgen im April die Maschine viel zu früh massiv an Höhe. Oder wie es im Bericht heisst: «Im Anflug auf die Piste 34 sank das Flugzeug deutlich unter den Gleitweg, und die Flugbesatzung leitete einen Durchstart ein.» Als Ort des Geschehens wird angegeben: «Rund 20 km südsüdöstlich des Flughafens Zürich.» Das Ganze passierte um 7.35 Uhr morgens.

Rund 600 Meter zu tief geflogen

Wie Daten des Trackingservices Flightradar24.com zeigen, führte der Sinkflug bis auf eine barometrische Höhe von 883 Metern über dem Pfannenstiel, ehe der Durchstart erfolgte. Wie tief das ist, zeigen die Daten vom zweiten Anflug: Da befand sich das Flugzeug an etwa gleicher Stelle auf einer barometrischen Höhe von rund 1500 Metern.

Zum Vergleich: Auf einer barometrischen Höhe von rund 900 Metern geht es gewöhnlich über Gockhausen bei Dübendorf, acht Kilometer entfernt von der Piste 34. Die vorgesehene Flughöhe, gemessen ab Ortszentrum, beträgt beim Überflug gut 300 Meter. Gockhausen liegt aber rund 250 Meter tiefer als der höchste Punkt des Pfannenstiels.

Keine Passagiere an Bord

Beim Flugzeug handelte es sich um eine zweimotorige Turboprop-Maschine des Typs Dornier 328-110. Dieser Typ ist ausgelegt für bis zu 33 Passagiere und wird auf der Kurzstrecke eingesetzt. Die Dornier, die am 20. April zu tief anflog, ist 30 Jahre alt. An Bord waren damals nur zwei Mitglieder der Cockpit-Crew und ein weiteres Besatzungsmitglied. Also keine Passagiere, wie aus dem Sust-Dokument hervorgeht. Der Flug ging von Stuttgart nach Zürich.

Ein Kartenausschnitt von einem Flugradar.
Da hätten die Gäste der «Hochwacht» auf dem Pfannenstiel (rechts) der Cockpit-Crew zuwinken können. Das Restaurant öffnet aber erst um 10 Uhr, und das Flugzeug überquerte den Pfannenstiel kurz nach 7.30 Uhr im Tiefflug.

Flugzeughalterin ist die Private Wings Flugcharter GmbH in Schönefeld (Deutschland), Eigentümerin die TEC Aircraft Leasing GmbH in Salzburg (Österreich). Letztere wurde 2006 gegründet und hat sich laut Angaben auf der Firmenwebsite auf Business- und Regionalluftfahrt spezialisiert. Es handelt sich um eine Leasinggesellschaft. Angeboten werden ein- und zweimotorige Flugzeuge.

Keine Schäden entstanden

Zu Schäden kam es am 20. April nicht. Nach dem Durchstart stieg das Flugzeug mit der Kennung D-CSUE schnell wieder auf bis zu 2000 Meter ab Boden. Es flog eine Schleife über Adliswil, Hausen am Albis, Hirzel und Wädenswil. Der zweite Anflug glückte, und um 7.47 Uhr erfolgte die Landung ohne Probleme am Flughafen Zürich. Um 8.55 Uhr hob die Dornier bereits wieder ab und flog nach Perugia in Italien.

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