Darum sind in Uster «schussähnliche Geräusche» zu hören
Rätselhaftes Knallen
Der Stadtpolizei Uster werden zurzeit immer wieder «schussähnliche Geräusche» gemeldet. Doch statt Gefahr ist der Lärm auf Prävention zurückzuführen.
Das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier stellt die Bevölkerung immer wieder vor Herausforderungen: Ob Störche auf dem Dach oder Igel im Garten, nicht immer ist es ein Kinderspiel, friedliches Beisammensein und Rücksicht zu leben. Das dürften vor allem auch die hiesigen Landwirte gut wissen – denn sie sind wohl am meisten von Störenfrieden und Schädlingen betroffen. Zuletzt erreichte die Stadtpolizei Uster deshalb gehäuft die Meldung über «schussähnliche Geräusche» im Raum Uster und Nänikon.
«Wir haben täglich teilweise bis zu drei Meldungen über die Geräusche erhalten», sagt Enis Feratovic, Dienstchef Fachdienst der Stadtpolizei Uster. Daraufhin habe man ermittelt und die Lärmquellen überprüft.
Bange um Mais und Blume
Die Geräusche stammen offenbar von Vogelschutzanlagen, die vor allem von Landwirten zur Abschreckung von Vögeln genutzt würden.

Laut Feratovic machen vor allem die heimischen Krähen den Bauern das Leben schwer: Sie rupfen in der aktuell sensiblen Wachstumsphase von Mais und Sonnenblumen die Stiele aus und vermiesen den Landwirten damit die Ernte. Die Vogelschutzanlagen verscheuchen die Vögel mittels Tonsignal von den Feldern. «Im Gegensatz zu Netzen, die über die Felder gespannt werden, ist das für die Vögel wesentlich ungefährlicher», so Feratovic.
Trotz mehrerer Meldungen müsse gemäss Feratovic aus Sicht der Stadtpolizei derweil keine Massnahme gegen die Vogelschutzanlagen unternommen werden: «Nach unserer Erkenntnis laufen die Anlagen von etwa 7 Uhr morgens bis 18 Uhr.» Damit sei die gesetzliche Ruhezeit nicht gefährdet. Dennoch sei es der Stadtpolizei wichtig, auf das Thema aufmerksam zu machen – um Verständnis zu fördern.
Wer während Nacht- und Ruhezeiten von den Vogelschutzanlagen gestört werde, solle in erster Linie mit dem entsprechenden Inhaber oder Betreiber in Kontakt treten. «Suchen Sie den direkten Dialog», so Feratovics Empfehlung.
