Ausweichroute soll unattraktiver werden
Tempo 30 ob Pfäffikersee
Ein Weiler will die Autofahrer ausbremsen. Auf der Strecke von Pfäffikon nach Seegräben wird eine Tempo-30-Zone geplant.
Die Verbindung von Pfäffikon oder Wermatswil über Seegräben nach Wetzikon ist eine beliebte Ausweichroute, wenn es im Aatal oder auch auf der direkten Strecke von Pfäffikon nach Wetzikon klemmt. Dabei ist die Ruetschbergstrasse mit rund 5,8 Metern Breite ziemlich schmal. Ein Kreuzen mit grösseren Fahrzeugen bedingt bereits langsamere Fahrmanöver.
Nun soll das Tempo fix reduziert werden, mindestens im kleinen Weiler Ruetschberg. Der Fleck gehört zu Pfäffikon, das auf der anderen Seite des Pfäffikersees liegt. Durch die Kleinsiedlung sollen die Autos künftig nur noch mit 30 km/h rollen.
3400 Autos pro Tag
«Es wurde ein verkehrstechnisches Gutachten in Auftrag gegeben, welches einen klaren Handlungsbedarf ausweist», erklärt Pfäffikons Bauvorstand Lukas Steudler (FDP). Das Verkehrsregime dort beschäftige Ruetschberger wie auch die Gemeinde schon lange.
Wie eine Erhebung Ende 2022 ergeben hat, rollten unter der Woche rund 3400 Fahrzeuge pro Tag durch den Weiler – verhältnismässig viele für eine Nebenstrasse. Zum Vergleich: Auf der Parallelstrecke durchs Aatal sind es täglich rund 30’000. An das bestehende Geschwindigkeitslimit von 50 Stundenkilometern im Ruetschberg haben sich diese im Schnitt gehalten oder waren sogar leicht langsamer unterwegs.
Wird die rund 200 Meter lange Tempo-30-Zone wie vorgesehen umgesetzt, würden die Fahrzeuge für die Weilerdurchfahrt gemäss Berechnungen etwa zehn Sekunden länger benötigen.
Seegräben bleibt bei Tempo 50
Im Gutachten kommen die Experten zum Schluss, dass wegen des relativ kurzen Langsam-Abschnitts die Strecke für den Schleichverkehr nicht wirklich an Attraktivität verliert. Durch Seegräben gilt innerorts auch künftig – mindestens vorläufig – Tempo 50.
In dieser Gemeinde sind im vergangenen Jahr mehrere Tempo-30-Zonen realisiert worden. Die Hauptstrecke durchs Dorf ist aber bewusst von dieser Reduktion ausgenommen worden. Die Passierbarkeit sollte nicht durch zusätzliche Bauten erschwert werden. Diese würden mehr Staus verursachen. Auch wären die baulichen Massnahmen ins Geld gegangen.
Sicherheit im Vordergrund
Für Steudler steht im Fall von Ruetschberg denn auch die Schleichverkehr-Frage im Argumentarium nicht an erster Stelle. «Das Ziel ist es vor allem, dass die Sicherheit für die Einwohnerinnen und Einwohner verbessert wird. Wird der Ruetschberg wirklich mit der heute signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern durchfahren, ist das klar zu schnell», findet er.
Wirklich gefährlich ist es bei der Weilerdurchfahrt aber nicht. Mindestens schlägt sich das nicht in Unfallzahlen nieder. In den fünf Jahren vor Ende 2022 hat die Kantonspolizei gerade einmal vier Fälle verzeichnet.

Zwei dieser Unfälle ereigneten sich beim Parkieren. Dann stürzte ein Velofahrer ohne Fremdeinwirkung. Er zog sich allerdings schwere Verletzungen zu. Nur beim letzten Unfall waren zwei rollende Fahrzeuge involviert. Auf der schmalen Strasse am Weilereingang streiften sich zwei Wagen. «Entsprechend besteht keine klare Unfallhäufung oder ein Unfallschwerpunkt», kommen die Gutachter zum Schluss.
Geringe Kosten
Noch bis zum 10. März läuft die öffentliche Planauflage. Die Bevölkerung ist aufgefordert, sich zur geplanten Tempo-30-Zone zu äussern. Die Gemeinde erhofft sich von der tieferen Geschwindigkeit auch weniger Lärm.
Aus finanzieller Sicht dürfte die geplante Zone auf keinen Widerstand stossen. Knapp 20'000 Franken würde die Signalisation kosten. So empfiehlt das Planungsbüro in einer ersten Phase nur neue Markierungen auf der Strasse und Tafeln am Strassenrand.
Erst wenn sich bei der Nachkontrolle nach einem Jahr zeigen sollte, dass die Geschwindigkeitsbeschränkung nicht eingehalten wird, könnte es für rund 15’000 Franken noch zwei Belagskissen geben. Damit die Ruetschberger beruhigt schlafen könnten.
