Regionalpolizei Pfäffikon warnt vor Diebstählen von E-Bikes
Begehrte Beute
In der Region Pfäffikon mehren sich die Anzeigen wegen gestohlener E-Bikes. Nun ruft die Polizei zu besseren Schutzmassnahmen auf.
Oft geht es ganz schnell. Das Tor zur Tiefgarage steht noch offen. Der Dieb huscht hinein. Und nur wenige Momente später ist das teure E-Bike weg. Solche Fälle häuften sich zuletzt auch im Oberland.
«Wir verzeichnen eine klare Zunahme», sagt Peter Andenmatten von der Polizei Region Pfäffikon, die für die Gemeinden Pfäffikon, Fehraltorf und Russikon zuständig ist. Kürzlich hat sie wegen der Häufung der Anzeigen eine Warnung vor E-Bike-Diebstählen auf ihrer Website veröffentlicht.
Das Phänomen stelle die Regionalpolizei in allen Gemeinden fest – auch über ihr eigentliches Einsatzgebiet hinaus. Vor allem aus Tiefgaragen, Kellern und Veloeinstellräumen werden die E-Bikes gemäss Andenmatten geklaut, aber auch im öffentlichen Raum sind sie eine begehrte Beute.
E-Bike als attraktives Diebesgut
Genaue Zahlen zu den E-Bike-Diebstählen nennt die Polizei nicht. Insgesamt würden aber nur schon in den Gemeinden Fehraltorf und Russikon alle drei Monate durchschnittlich rund 30 Velos und E-Bikes verschwinden.
Der Grund für die Entwicklung ist naheliegend: E-Bikes sind für Diebe ein attraktives Ziel. Die elektrischen Velos kosten schnell einmal mehrere tausend Franken. Nur schon der herausnehmbare Akku hat oft einen Wert von mehreren hundert Franken.
Gleichzeitig haben die Verkaufszahlen von E-Bikes in der Schweiz stark zugenommen. Gemäss Velosuisse, dem Verband der Schweizer Fahrradlieferanten, rollten im Jahr 2022 knapp 219’000 E-Bikes aus den Läden. 2017 waren es erst knapp 88’000.
Gutes Schloss und GPS-Tracker
Die Pfäffiker Regionalpolizei hält deshalb mehrere Ratschläge für E-Bike-Besitzerinnen und -Besitzer bereit, wie diese ihre Velos vor einem Diebstahl schützen können. «Die beste Massnahme ist ein gutes Schloss», sagt Peter Andenmatten. Dieses sollte nicht nur um das Vorder- oder Rückrad, sondern auch um den Rahmen geschlossen werden.
Und das E-Bike sollte wenn immer möglich an einem festen Gegenstand, beispielsweise einem Veloständer, einem Gartenzaun oder in der Tiefgarage an einem Pfosten, befestigt sein. So kann es nicht einfach weggetragen werden. Ratsam sei zudem, den Akku und den Bordcomputer stets zu entfernen.
Gescheiterter Diebstahl: In diesem Fall war das E-Bike genügend gut gesichert. Kurz zuvor wurde ganz in der Nähe allerdings ein E-Bike entwendet. (Video: PD/Polizei Region Pfäffikon)
Speziell bewährt hat sich zuletzt gemäss der Polizei Region Pfäffikon auch der Einsatz von GPS-Trackern. «Wir konnten schon Ermittlungserfolge verzeichnen», sagt Peter Andenmatten. Die kleinen Ortungsgeräte können am E-Bike befestigt oder direkt und damit für den potenziellen Langfinger unsichtbar ins E-Bike eingebaut werden. Allerdings werden sie erst nützlich, wenn das E-Bike schon verschwunden ist. Und eine Regel bleibt bestehen: «Der Diebstahl muss der Polizei gemeldet werden», sagt Andenmatten. Nur sie dürfe die Ermittlungen übernehmen.
Besitzer nicht identifizierbar
Bei langsameren E-Bikes, die kein Kontrollschild benötigen, steht die Polizei zudem häufig vor einem weiteren Problem: Die Rahmennummer des gestohlenen Velos ist unbekannt. «E-Bikes und Velos müssen identifizierbar sein», sagt Peter Andenmatten.
Seit der Abschaffung der Vignettenpflicht für Velos vor zwölf Jahren würden die Besitzer die Rahmennummer oft nicht mehr notieren. Darum könne die Regionalpolizei viele wiedergefundene Velos gar nicht an ihre rechtmässigen Eigentümer vermitteln, so Andenmatten. Stattdessen verschenkt sie die Zweiräder nach einer gewissen Frist nach Osteuropa.