Die kuriosesten Polizeifälle in der Region
Sonderbare Vorkommnisse
Atemgeräusche aus einem Gebüsch, ein manipulierter E-Roller und ein ausgebüxter Güggel – die Kommunal- und Stadtpolizisten hatten es in diesem Jahr mit aussergewöhnlichen Fällen zu tun.
Wenn die Polizei ausrückt, zählt oft jede Minute. Doch nicht immer stellen sich die Fälle im Nachhinein als so ernst heraus, wie sie zuerst erschienen. Wir haben einige kuriose Einsätze der Polizeistationen aus der Region zusammengetragen.
Mysteriöse Atemgeräusche aus einem Gebüsch
Es war schon spät an einem Abend im Mai, als Fussgänger in Wetzikon seltsame Atemgeräusche wahrnahmen. Irritiert durch das merkwürdige Gebaren, verständigten sie die Polizei. Eine Patrouille der Stadtpolizei Wetzikon rückte daraufhin aus, ging den Geräuschen nach – und staunte nicht schlecht: Im Gebüsch entdeckte sie ein Igelpärchen beim Liebesakt.
Es war nicht der einzige tierische Fall, der die Wetziker Stadtpolizisten in diesem Jahr beschäftigte. Aus einem grossen Garten gleich neben der Polizeiwache büxten eines Tages mehrere Hasen aus. Während die Polizisten die meisten Tiere gleich wieder einfangen konnten, stellte ein Hase sein wahrlich meisterliches Geschick unter Beweis. Ganze zwei Wochen tollte sich Meister Lampe in ungewohnter Freiheit aus, bis auch er wieder eingefangen werden konnte.
Mit Benzin auf dem E-Roller unterwegs
Mit dem E-Roller gemütlich und umweltschonend durch die Gegend cruisen: Das ist eigentlich eine gute Sache. Doof nur, wenn dem Zweirad plötzlich der Pfuus ausgeht. Das dachte sich wohl auch ein E-Roller-Fahrer in Illnau-Effretikon. Kurzerhand montierte er sich einen Benzingenerator auf das Trittbrett. Damit lud er während der Fahrt die Batterie wieder auf. Der pfiffige Einfall kam bei der Stadtpolizei allerdings nicht gut an: «Dies ist einerseits nicht erlaubt, andererseits nicht die Idee eines E-Fahrzeugs.»

Tonnenweise Leergut auf einer Wiese
Statt in einer Recyclinganlage landeten an einem Nachmittag im Mai mehrere Tonnen Dosen, PET-Flaschen und Altglas auf einer Wiese bei Madetswil. Ein Lkw-Fahrer hatte auf dem Weg von Madetswil nach Russikon die Kontrolle über seinen 40-Tönner verloren, worauf der Lastwagen von der Strasse abkam und umkippte. Seine Ladung verteilte sich auf der angrenzenden Wiese.
Der spektakuläre Unfall sorgte glücklicherweise vor allem für aufwendige Aufräumarbeiten. Für die Bergung des Recyclingmaterials musste extra ein Sauglastwagen aufgeboten werden. Der Lastwagenfahrer blieb unverletzt.

Das E-Bike Marke Eigenbau
Total entspannt und ohne in die Pedale zu treten, rollte ein Velofahrer auf eine Polizeikontrolle in Illnau-Effretikon zu. Das kam den Beamten etwas suspekt vor. Zu Recht, wie sich zeigen sollte. Denn das Velo war kein E-Bike, besass aber trotzdem einen Elektromotor. Damit erreichte der Lenker eine Höchstgeschwindigkeit von 52 km/h.
Viel zu viel, fand die Polizei – und bemängelte gleich noch weitere Punkte: Der Lenker hatte weder einen Führerschein noch eine Haftpflichtversicherung, noch ein Kontrollschild für das umgebaute Velo. Alles wäre für eine Fahrt mit dem Modell Marke Eigenbau nötig gewesen.

Trendige Zweiräder mit zu viel Pfupf
Dass die Oberländer eifrige Tüftler sind, zeigen noch weitere Fälle. Besonders gerne basteln sie offenbar nicht nur an E-Bikes, sondern auch an E-Trottinetten und an E-Rollern herum. Ganz zum Missfallen der Polizei. Gleich in mehreren Gemeinden hielten die Beamten sogenannte Trendfahrzeuge an, die nicht mehr im Originalzustand waren.
Auf ein besonders schnelles Modell stiessen die Polizisten ebenfalls in Illnau-Effretikon. Die Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h. Erlaubt wären je nach Fahrzeug maximal 20 km/h bis 45 km/h. Schneller, als die Polizei erlaubt, war auch ein Elektrofahrzeug in Dübendorf unterwegs. Mit beeindruckenden 71 km/h statt den zugelassenen 20 km/h.
Ludwig auf einem unfreiwilligen Ausflug
Ende Februar sorgte in Uster der herrenlose Ludwig für Aufregung. Der Güggel war im Wald bei der Ottenhauserstrasse ausgesetzt und von der Polizei eingefangen worden. Entwarnung kam erst gut eine Woche später. Die Stadtpolizei Uster konnte das Zuhause von Ludwig ermitteln. Weshalb der Güggel ausgesetzt wurde, ist offen.

