Wenn ein Unwetter Tote und Verletzte fordert
Regionaler Führungsstab Bachtel
Wie ist die Hilfe zu koordinieren, wenn schwerste Regenfälle hohe Schäden anrichten? Diese Frage versuchte der Führungsstab Bachtel an einer Übung zu beantworten.
Die Schweiz war erstaunt und erschüttert: Ende Juli hatte ein Sturm in La Chaux-de-Fonds 5000 von rund 7500 Gebäuden beschädigt; es gab einen Toten und gegen 40 Verletzte.
Kaum jemand rechnete mit einem solchen Extremereignis, doch es kann eben passieren – auch im Kanton Zürich, wo ein solches Szenario zu den offiziell definierten relevanten Gefährdungen gehört.
Auch Bubiker Behörden einbezogen
Nicht zuletzt der Sturm im Kanton Neuenburg diente als «Vorlage» für eine am Donnerstag in Bubikon durchgeführte Stabsübung des Regionalen Führungsstabes (RFS) Bachtel.
In die Übung eingebunden waren die Führungsunterstützung der Zivilschutzorganisation Bachtel, die dem RFS bei seiner Arbeit eine unverzichtbare Hilfe ist, sowie Bubiker Behörden- und Verwaltungsvertreter, wie sie im Ernstfall auch aktiviert würden.
Feuerwehr am Limit
Das in einem detaillierten Drehbuch festgehaltene Szenario ging von Extremregenfällen aus, die in der Gemeinde zu derart schweren Schäden führten, dass die Feuerwehr trotz Grosseinsatz an ihre Grenzen kam: Es hatte einfach nicht mehr genug Feuerwehrleute und Material, um überall zu helfen.
Für weitere Herausforderungen sorgten von der Regie sukzessiv in den Übungsbetrieb eingespiesene Notfallmeldungen. So hatte sich etwa in Wolfhausen eine Explosion ereignet, das Trinkwasser war plötzlich verunreinigt und auf Tage hinaus nicht mehr geniessbar, und schliesslich waren auch die ersten Toten und Verletzten zu beklagen.
Schwachstellen erkannt
Für den Führungsstab galt es, in möglichst strukturierten Prozessen all die Ereignisse erst mal zu erfassen, danach zu priorisieren und Massnahmen anzuordnen. Alles in allem eine Aufgabe, die für sehr reale Stressbedingungen sorgte, auch wenn man das Unwetterchaos weitgehend «nur» in der Theorie durchspielte.
In einer kurzen Schlussbesprechung wurde eine erste Bilanz gezogen. Sowohl die Übungsbeobachter wie die Beübten selbst – insgesamt über 30 Personen – erkannten Optimierungspotential, etwa bei der Rapportdisziplin oder dem Umstand, dass man im Ernstfall noch früher als an der Übung für eine Ablösung der Einsatzkräfte sorgen muss.
Insgesamt zeigte sich der RFS-Stabschef a.i., Roland Anderegg, mit dem mehrstündigen Training jedoch «sehr zufrieden».