Neue Trottoirs im Ustermer Zentrum zwingen zum Abbremsen
Wegen zu vieler Unfälle
Im Wasserkreisel in Uster sind neue Trottoirs errichtet worden. Diese sollen Unfälle verhindern, vor allem für Velos.
Wer kürzlich durch den Wasserkreisel in Uster gefahren ist, hat neben der Baustelle sicher bemerkt, dass der Fahrweg verengt worden ist. An den Ein- und Ausfahrten befinden sich nun schwarze Trottoirs, die mit Verkehrskegel signalisiert sind. Diese sind aber keineswegs Teil der Baustelle.
Unfallschwerpunkt beheben
Der Kreisel verbindet die Seestrasse, Zürichstrasse und die Poststrasse. Anfangs September wurde die Seestrasse saniert.
Im Windschatten dieser Bauarbeiten ist eine Lösung für prekäre Verkehrsunfälle eingeführt worden. Die errichteten Trottoirs, die den bereits vorhandenen Gehweg erweitern, sind eine dringende Massnahme, die vom Kanton eingeführt wurde.
Der Wasserkreisel ist nämlich seit Jahren ein Knotenpunkt für Verkehrsunfälle und wurde so zu einem Unfallschwerpunkt deklariert. Die Priorität ist anscheinend hoch, denn die Trottoirs sehen zwar provisorisch aus, sollen aber so lange erhalten bleiben, bis alle Strassen um den Kreisel saniert werden. Dies wird aber nicht vor 2027 geschehen.
Höchste Priorität
Das Unfallschwerpunktmanagement ist ein Instrument, das den Kantonen und Gemeinden dient, Gefahrenstellen im Strassenverkehr zu ermitteln und diese einzustufen. Diese Einstufung erfolgt durch ein Punktesystem, wobei jeder Unfall als ein Punkt zählt.
Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Beteiligten involviert gewesen sind, sondern lediglich die Unfallereignisse selbst in einem Zeitraum von drei Jahren. Wenn der Wert innerorts fünf Punkte überschreitet, so ist die Stelle als Unfallschwerpunkt einzustufen. Die höchste Priorität erhält ein Ort, wenn er mehr als sechs Punkte aufweist.
Der Wasserkreisel hat in den letzten Jahren einen Wert von 13 Punkten aufgewiesen, davon waren vier Velounfälle. In den Jahren zuvor, seit 2011, sind gesamt 23 Unfälle ermittelt worden, bei zehn waren Velofahrer involviert gewesen.
Verengung als Massnahme
Die neu gebauten Trottoirs verschmälern nun die Fahrbahn für Autos und Velos. Somit will der Kanton erreichen, dass das Tempo der Fahrenden verringert wird.
Durch die Massnahme sollen Velos künftig nicht mehr überholt werden können, was mehr Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer bedeutet, wie Thomas Maag, Mediensprecher der Baudirektion, auf Anfrage erklärt. Auch sollen Fahrende nicht mehr in hoher Geschwindigkeit abbiegen können.
Die Trottoirs sind noch sehr neu und sehen mit den Verkehrskegel obendrauf nach einer kurzfristigen Sache aus. Doch an die verengten Ein- und Ausfahrten müssen sich die Ustermerinnen und Ustermer zukünftig gewöhnen.