Vergifteter Baum muss wegen Brandgefahr weg
Seegräbner Tränenkiefer gefällt
Erst vergiftet, dann ausgedorrt und nun gefällt: Die grosse Tränenkiefer im Seegräbner Ortsteil Sack ist zur Gefahrenquelle geworden.
Wegen ihres eleganten Aussehens und der lockeren, offenen Krone wurde die Tränen- oder Himalaja-Kiefer in Europa als Zier- und Parkbaum eingeführt. Das Exemplar, das im Garten von Rudolf Pfenninger steht, hat allerdings nichts mehr Elegantes an sich.
Nach einem Giftanschlag ist der rund 17 Meter hohe Baum ausgedorrt, viele Nadeln hat er bereits verloren, und jene, die noch hängen, sind ausgetrocknet und braun.
Angst vor 1.-August-Raketen
«In diesem Zustand ist der Baum eine Gefahrenquelle», meint Pfenninger. «Am 1. August braucht es nur eine Rakete, die im Geäst landet, und alles steht in Flammen.» Und er demonstriert an einem Ästchen gleich, wie schnell ein kleiner Funken zu einem Brand wird.
Video: Christian Brändli
Und so hat er den Seegräbner Forstunternehmer Hans Glauser aufgeboten, der am Mittwochmorgen mit seinem Team anrückt. Innert einer Stunde liegt die Tränenkiefer zerlegt auf dem Vorplatz von Pfenninger. Der Fällgreifer, an dessen Hebeln Glausers Sohn Urs sitzt, hat mit dem Baum kurzen Prozess gemacht. Rund zwei Tonnen Holz stapeln sich nun vor dem Haus.
Video: Christian Brändli
«Jetzt ist der Baum nur noch ein Häufchen Elend», meint Hans Glauser. Und er bestätigt, dass der Baum bis ins Innerste ausgetrocknet ist. Eigentlich ist eine Tränenkiefer voller Harz. «Wenn die angeschnitten wird, müsste da der Harz wie flüssiger Honig herausfliessen.»
Kein Harz mehr
Doch bei diesem Exemplar ist kein Tropfen zu sehen. Blaue Stellen im Baumstumpf zeigen, dass die Kiefer krank war. Hans Glauser zählt schnell nach, wie alt der Baum geworden ist. 50 Jahre, so lautet die Schätzung von Pfenninger, die der Holzfäller nun bestätigt.
«Das reut mich schon», bedauert Pfenninger. Der Baum lieferte gerade im Sommer begehrten Schatten. Nun hat er wohl auf Jahre hinaus Holz zum Feuern. Den rund fünf Meter langen Stamm hofft er wenigstens noch dem Ustermer Holzbauer Schindler & Scheibling verkaufen zu können.
Baumstumpf soll zur Polizei
Mit dem Erlös dürfte er kaum die Auslagen fürs Fällen von rund 400 Franken decken können. So bleibt ihm auch ein finanzieller Schaden. Pfenninger überlegt sich, ob er den Stumpf zur Polizei bringen soll. In jenem Teil stecken die Schnüre, über die der Baum von Unbekannten vergiftet worden sein dürfte.
Video: Christian Brändli
Pfenninger macht sich allerdings keine Illusionen, dass über die Anzeige die Täter noch gefunden werden können. Falls doch, könnte er wenigstens eine Schadenersatzforderung stellen.
Schon einmal vergifteter Baum
Hans Glausers Vermutung, dass die Schnüre auch von einer einstigen Verpackung des Wurzelballens herrühren könnten, verwirft Pfenninger. Da sprächen die Löcher dagegen, aus denen die Schnüre baumelten.
Und tatsächlich hat auch Glauser schon einmal einen solchen Fall einer Baumvergiftung erlebt. Am Zürichsee musste er den betroffenen Stamm fällen.