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Blaulicht

Oberländer Hundebesitzer in Alarmbereitschaft

Eine Warnung von vergifteten Hunden am Greifensee machte am Wochenende via Social Media die Runde.

Die Polizei empfiehlt Spaziergängern am Greifensee gut auf ihre Hunde aufzupassen - ungeachtet der Meldung auf Social Media.

Unsplash / William Fonteneau

Oberländer Hundebesitzer in Alarmbereitschaft

Vergiftete Tiere

Eine Warnung von vergifteten Hunden am Greifensee machte am Wochenende via Social Media die Runde. Nur: Die Meldung ist mit grosser Wahrscheinlichkeit falsch. Für die Polizei ein leidiges Thema.

Lea Chiapolini

«Heute kamen 3 Hunde mit Vergiftungen ans Tierspital, alle waren am Greifensee spazieren – alle tot!» Mancher Hundebesitzer in der Region sorgte sich am Wochenende um das Wohl seines Vierbeiners. Der Grund: Auf Whatsapp und Facebook kursierte eine Meldung, dass drei Hunde nach einem Spaziergang am Greifensee den Tod fanden.

Auch die Stadtpolizei Uster nahm von der Meldung Kenntnis. «Die Nachricht wurde mir am Samstag von drei verschiedenen Personen zugespielt, worauf als Sofortmassnahme eine Patrouille an den Greifensee ausrückte», sagt Kommandant Andreas Baumgartner.

«Eines Besseren belehrt»

Da um den Jahreswechsel im Zürichsee wieder die für Hunde gefährlichen Blaualgen gefunden wurden, bleibe man auch am Greifensee vorsichtig. Bisher sei davon auszugehen gewesen, dass die Blaualgen vornehmlich in den wärmeren Jahreszeiten zum Problem werden können. «Doch die jüngste Situation am Zürichsee hat uns eines Besseren belehrt», sagt Baumgartner. Mittlerweile hat sogar die Gemeinde Maur eine Warnung aufgeschaltet mit dem Merkblatt des Kantons

Die Polizeipatrouille habe am Wochenende dann die Plakatständer kontrolliert, auf denen seit letztem Frühling vor der Gefahr der Blaualgen gewarnt wird, und aktiv das Gespräch mit den Spaziergängern gesucht.

Abklärungen laufen 

Am Sonntag folgte dann die Entwarnung – zumindest auf Social Media. Bei der Meldung handle es sich um einen Aufruf aus dem Mai 2022, als am Greifenseeufer erstmals Blaualgen gefunden wurden und tatsächlich Tiere starben.

In welcher Meldung wie viel Wahrheit steckt, sei momentan Teil der Abklärungen. «Wir sind im Austausch mit dem Tierspital und der möglicherweise involvierten Ärteschaft, momentan sieht es aber tatsächlich nach einer Falschmeldung aus», sagt der Ustermer Kommandant.

Am Greifensee sind mehrere Plakate aufgestellt, die über die Gefahr von Blaualgen informieren.
Am Greifensee sind mehrere Plakate aufgestellt, die über die Gefahr von Blaualgen informieren.

Dass solche alte Posts nach einiger Zeit plötzlich wieder auftauchen, ist ein Phänomen, das der Polizei allgemein bekannt ist. «Das Internet vergisst nicht», sagt Kenneth Jones, Medienbeauftragter der Kantonspolizei Zürich. «Oftmals erfolgen solche Posts ohne Datum. Sie werden immer wieder geteilt und tauchen so manchmal Jahre später wieder in einer Facebook- oder WhatsApp Gruppe auf, wo sie als aktuelle Meldung wieder geteilt werden.»

Überlassen Sie solche Posts der Polizei.

Kenneth Jones

Kantonspolizei Zürich

Darum empfiehlt die Polizei grundsätzlich: Privatpersonen sollen keine Posts zu Giftködern, aber auch vermissten Personen oder ähnlichem veröffentlichen. «Überlassen Sie solche Posts der Polizei – diese können dann selbstverständlich geteilt werden.»

Mache jemand eine Beobachtung oder finde gar einen Giftköder, soll er oder sie dies der Polizei direkt melden. Nur so kann die Polizei ihre Ermittlungen aufnehmen und bei Bedarf die Bevölkerung professionell informieren.

«Vermeintliche Giftköder werden von uns sichergestellt und untersucht», führt Jones aus. «Sollte es sich tatsächlich um eine Gefahr handeln, erfolgt eine offizielle Medienmitteilung. Wir raten von privaten Aktionen in den sozialen Medien ab.»

Zusatzaufwand mit positiver Seite

Für die Ustermer Polizei bedeutete die Aktion am Wochenende zwar einen gewissen Zusatzaufwand. «Aber es war auch eine gute Gelegenheit, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen», sagt Andreas Baumgartner.

Die meisten Spaziergänger und Hündeler seien dankbar um den Hinweis gewesen, dass auch im Winter eine Gefahr von Blaualgen ausgehen kann. «Zudem konnten wir so konkret unter die Leute bringen, dass das kantonale Hundegesetz geändert hat und neu von April bis Juli die Hunde im Wald und am Waldrand an der Leine gehalten werden müssen.»

Und was das Thema Blaualgen angeht, bleibt Baumgartner realistisch: «Der Frühling kommt bald und spätestens dann müssen wir uns sowieso wieder damit auseinandersetzen.» 

Empfehlungen für Hundehalterinnen und Hundehalter

Halten Sie Ihren Hund von trübem Wasser fern - das gilt auch für Pfützen.
Lassen Sie Ihren Hund in trübem Wasser weder spielen noch schwimmen. 
Lassen Sie Ihren Hund kein trübes Wasser trinken oder Algen fressen. 
Ist Ihr Hund mit möglicherweise kontaminiertem Wasser in Berührung gekommen, verhindern Sie, dass er seine Pfoten oder sein Fell ableckt. Waschen Sie sein Fell so rasch als möglich gründlich mit klarem Wasser aus. 

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