Ein Katastrophenherbst fürs Oberland
Die Zahl der militärischen und zivilen Unfälle mit tödlichem Ausgang war in den 1970er und 1980er Jahre verglichen mit heute sehr hoch. Für das Zürcher Oberland war jener Herbst 1982 aber besonders tragisch. Am 12. September, gut einen Monat vor dem tödlichen Helikopterabsturz von fünf Oberländer Soldaten, hatte sich die grösste Tragödie in der Region überhaupt ereignet.
39 Busreisende aus dem deutschen Schönaich, davon 18 Ehepaare starben an jenem Sonntag beim Bahnübergang Matte bei Pfäffikon. Von den 41 Businsassen überlebten den Zusammenstoss mit einem Zug nur zwei Frauen. 43 Kinder aus Schönaich wurden zu Vollwaisen, 19 davon waren noch minderjährig.
Ein Bedienungsfehler
Ursache für die Katastrophe war ein fataler Bedienfehler der Barrierenwärterin: Sie hatte auf «Öffnen» statt «Schliessen» der manuell zu bedienenden Anlage gedrückt und die Barrierenposition optisch nicht kontrolliert. Der SBB-Regionalzug 8477 kam kurz vor 15 Uhr von Fehraltorf her mit zwei Minuten Verspätung und einer Geschwindigkeit von rund 80 Stundenkilometern.
Zugunglück bringt erste Gemeindepartnerschaft
02.06.2020

Nach Tragödie in Pfäffikon
Über 30 Jahre nachdem in Pfäffikon beim Zusammenstoss von einem Regionalzug mit einem Car fast ei Beitrag in Merkliste speichern Wegen der Verspätung des Zuges hatte die Schrankenwärterin angenommen, sich im Fahrplan geirrt zu haben. Deshalb öffnete sie die Schranke nach dem letzten planmässig durchgefahrenen Zug. Der von Pfäffikon her kommende Reisebus konnte so die Gleise überqueren.
Trotz der eingeleiteten Notbremsung konnte der Lokführer des Regionalzuges den Zusammenstoss nicht mehr verhindern. Der Bus wurde angehoben, zertrümmert und dessen Tank explodierte. Der Unfall ist bis heute der schlimmste in der Geschichte der 1902 gegründeten SBB und der zweitschwerste Schweizer Eisenbahnunfall überhaupt.
Auch Technik versagte
Nach dem Unglück wurde der Bahnübergang «Matte» automatisiert. Doch auch die Technik versagte. Nur sieben Wochen nach dem Unglück, am 1. November blieben die Schranken bei der Durchfahrt eines Zuges wieder offen. Glücklicherweise passierte allerdings nichts, da der Lokführer rechtszeitig gewarnt wurde.
Und nochmals ein paar Tage später blieben rund zwei Kilometer vom Unfallort entfernt drei andere Bahnschranken geöffnet, weil die zuständige Barrierenwärterin eingenickt war. Auch dieser Zwischenfall blieb folgenlos, da kein Auto die Übergänge passierte.
