Gäbe es eine Skala der nichtigsten und deshalb unfassbarsten Motive für Gewaltverbrechen: der Fall, der sich am Bahnhof Tann-Dürnten abgespielt hatte, würde schweizweit einen Platz ganz vorne einnehmen. Denn in der Nacht auf den Samstag, 14. August 2021, war ein Mensch fast getötet worden, nur weil sich ein junger Mann an seiner Meinung nach zu lauten Gesprächen störte.
Dieses bislang unbekannte Motiv zu den Ereignissen, die vor einem Jahr für viel Aufsehen sorgten, wurde am Mittwoch an einer Verhandlung am Bezirksgericht Hinwil öffentlich.
«Du verrecksch hüt und jetzt.»
Der Täter zum Opfer
Wie schon oft zuvor, hielten sich auch in jener Augustnacht mehrere Jugendliche beim Bahnhof Tann-Dürnten auf. Es wurde geredet und gelacht. Unter anderem, damit solche Treffen nicht ausarten, hatte die Gemeinde Dürnten einen Sicherheitsmann angestellt.
Der 56-Jährige, erfahrene «Security» war nach Mitternacht vor Ort und unterhielt sich längere Zeit einvernehmlich mit den Teenagern. Gegen 1.40 Uhr ging er weiter, wobei ihm auf dem Perron ein Mann, der beim Bahnhof wohnte, entgegenkam.

