Der neue Rega-Heli ist ein alter Bekannter
Erst seit Anfang 2019 steht auf der Einsatzbasis Zürich der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) auf dem Flugplatz Dübendorf ein moderner Helikopter des Typs H145 im Einsatz – und schon bald wir er durch eine noch bessere Maschine ersetzt. Wie die Rega vor ein paar Tagen überraschend bekanntgab, wird sie nämlich die gesamte Flotte der sogenannten Mittellandbasen auswechseln.
Wertvolles Plus bei der Nutzlast
Und der neue Heli ist sehr ähnlich wie der alte: er heisst genau gleich, sieht fast gleich aus und kommt aus demselben Haus (vom europäischen Hersteller Airbus Helicopters). Aber die jüngste Generation des H145 wartet natürlich mit einer Reihe von Verbesserungen auf.
So weist die Maschine eine um 150 Kilogramm höhere Nutzlast auf. Was bei einem Gesamt-Abfluggewicht von rund dreieinhalb Tonnen nach nicht viel tönt, stellt laut Rega «i n der Luftrettung, wo jedes Kilo zählt, eine deutliche Verbesserung dar». Sprich: Bei Einsätzen mit dem neuen Heli wird man künftig mehr Personal oder Material zuladen können; ob letzteres durch einen Ausbau des permanent mitgeführten Equipments geschieht, das werde derzeit durch «eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe» geprüft.
Zudem verfügt das Nachfolgemodell unter anderem über ein neues Navigationspaket «mit hochpräziser Satellitennavigation». Das eröffne den Crews mehr Möglichkeiten im Einsatz. Und dank eines gemäss Rega «ausfallsicheren» und noch präziseren Autopiloten werde die Flugsicherheit bei schlechter Sicht weiter erhöht.
Nachteile bei Umrüstung gaben Ausschlag
Und wer genau hinschaut bemerkt auch den Unterschied, der quasi den Ausschlag zur Neubeschaffung gab: Als erster Heli bei der Rega wird der neue H145 einen fünfblättrigen Rotor haben. Das bringt laut Fachleuten mehr Leistung und mehr Laufruhe.
Die bisher mit Erfolg betriebenen H145 der Rega haben einen Vierblatt-Rotor. Diesen wollte man – eben wegen der positiveren Eigenschaften – auf fünf Blatt umrüsten. Die Realisation des Upgrades des Herstellers verzögerte sich gemäss Rega dann aber, «und der Umbau der Rettungshelikopter hätte zudem länger gedauert, als angekündigt worden war». Dies wiederum hätte zu längeren Ausfallzeiten der Maschinen geführt.
Frühestens 2024 in Dübendorf
Und da bei der Rettungsflugwacht «im Zentrum der Überlegungen die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft steht», habe man «unter Abwägung aller Faktoren» deshalb gemeinsam mit dem Hersteller entschieden, die Flotte statt umzurüsten gleich zu ersetzen. So werden die sieben «alten» H145 durch neue Modelle mit fünfblättrigem Rotor ersetzt und die Flottengrösse gleichzeitig von sieben auf neun erhöht.
Die Ablösung der Maschinen erfolgt 2024 und 2025. Wann der neue Heli in Dübendorf – eine der Rega-Basen mit den meisten Einsätzen – eingeführt wird, konnte eine Mediensprecherin der Organisation noch nicht bekanntgeben.
104 Millionen aus der eigenen Kasse
So ungewöhnlich und radikal es für Aussenstehende tönen mag, eine noch verhältnismässig junge Heliflotte, die technisch bestens in Schuss ist, auszuwechseln: Aus operativer Sicht ist das Vorgehen nachvollziehbar. Und noch etwas ist ungewöhnlich – zumindest für eine «normale» Firma, nicht aber eben für die Rega: Die insgesamt 104 Millionen Franken, die investiert werden, bestreitet man wie üblich vollständig mit eigenen Mitteln. Es handelt sich dabei um einen Set-Preis, in dem auch die Kosten für medizinische Ausrüstung, Ausbildung oder Ersatzteile eingeschlossen sind.
Was passiert mit den «alten» Helis?
Die sieben derzeit noch betriebenen H145 kann die Rettungsflugwacht an den Hersteller Airbus Helicopters zurückgeben. Dies «zu einem bereits festgelegten Preis», wie man bei der Rega auf Anfrage erklärte. Über die Details dieser Vereinbarung sei jedoch «Stillschweigen vereinbart worden». (ehi)
