Ein Ausgangslokal, späte Nacht, viel Alkohol und unkontrollierte Gewalt: Es waren sozusagen die klassischen «Zutaten», die am Stephanstag 2019 vor dem «Pirates» in Hinwil zur Eskalation führten. Ein Mann hatte um 4.45 Uhr einem anderen Mann von seitlich hinten einen Faustschlag an die Schläfe versetzt – einen Schlag «mit voller Wucht» und «ohne nachvollziehbaren Grund», wie der Staatsanwalt in einer später zu dem Fall erstellten Anklage schreibt.
«Der Beschuldigte nahm in Kauf, den Geschädigten lebensgefährlich zu verletzen.»
Der Staatsanwalt
Da das Opfer den Schlag nicht hatte kommen sehen und ihn deshalb auch nicht abwehren konnte, fiel es «wie von einer Axt gefällt zu Boden und schlug ungebremst mit dem Kopf auf dem Asphaltbelag auf». Der Mann hatte jedoch riesiges Glück: Er zog sich beim Sturz «nur» ein leichtes Schädelhirntrauma und eine Rissquetschwunde zu und war drei Tage arbeitsunfähig.
Doch es hätte eben massiv schlimmer ausgehen können: «Der Beschuldigte nahm in Kauf, den Geschädigten lebensgefährlich zu verletzen», heisst es in der Anklage. So hätte das Opfer eine Hirnverletzung mit bleibenden Folgen bis zur schwersten Behinderung erleiden können.

