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ÖV ist für den Schnee bestens gerüstet

Voraussichtlich am Freitag, sicherlich aber am Wochenende wird auch im Zürcher Oberland der erste Schnee dieses Winters fallen. Bei den Öffentlichen Verkehrsbetrieben der Region glaubt man sich gut vorbereitet.

Die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland haben sich für den Wintereinbruch gerüstet.

Seraina Boner

ÖV ist für den Schnee bestens gerüstet

«Schreiben Sie doch, dass wir uns auf Frau Holle freuen», sagt Joe Schmid und lacht. Der Leiter Angebot und Markt der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) gibt sich am Telefon betont gut gelaunt. Offensichtlich scheint ihn der von Meteo Schweiz angekündigte Wintereinbruch nicht aus der Ruhe zu bringen. Seine Aussage ist unmissverständlich: «Wir sind bereit.»

Tatsächlich ist das Szenario vorhersehbar. Rutschige Strassen, Verkehrsbehinderungen, Staus, Unfälle und mittendrin der öffentliche Verkehr, der versuchen muss, die Leute dennoch rechtzeitig von A nach B zu bringen. «Der erste Schnee ist ein jährlich wiederkehrendes Ereignis. Deshalb können wir uns es ja gar nicht leisten, uns überraschen zu lassen», sagt Schmid.

Winterreifen aufgezogen

Folgerichtig hat der Winter bei den VZO auch in diesem Jahr schon im sonnigen Herbst begonnen. Im Oktober wurden bei den 105 Fahrzeugen die Winterreifen aufgezogen, Anfang November kam das Fahrpersonal in den Genuss des sogenannten «Winterupdates».

Vor allem aber wurde das Pikett in der Betriebsleitstelle auf den neusten Stand gebracht und organisiert. Aus dieser Zentrale wird die gesamte Koordination mit den verschiedenen Schneeräumdiensten der Gemeinden geführt.

«In der Regel werden die Strassen für den ÖV zuerst gepflügt, bei lokalem Schneefall kann es aber schon mal vorkommen, dass wir kurzfristig einen Schneepflug bestellen müssen», erklärt Schmid. Für extremere Herausforderungen, mit denen sich zwei Linien am Pfannenstiel und eine in der Bachtelregion konfrontiert sehen könnten, würden überdies noch drei Fahrzeuge mit Ketten bereitgestellt und positioniert.

Ähnlich abgeklärt gibt man sich auch bei den Verkehrsbetrieben Glatttal – zumindest hinsichtlich des Bustransportwesens. Die VBG arbeiten in diesem Bereich mit fünf privaten Transportbeauftragten zusammen, wobei für sie im Zürcher Oberland vor allem die ATE Bus AG aus Effretikon und die Ryffel AG aus Uster auf der Strasse unterwegs sind. «Ryffel fährt mit Ganzjahresreifen und bei der ATE wurden die Winterreifen montiert», versichert VBG-Mediensprecher Tino Kunz.

VBG: Bereitschaftsdienst ausgeweitet

Etwas mehr Respekt hat man bei der VBG dagegen hinsichtlich des Schienenverkehrs, konkret also der Glattalbahn. Der letzte, sehr schneeintensive Winter habe den Betrieb zuweilen an seine Grenzen geführt. Obschon die VBG die Linien nicht selbst betreiben – dafür sind die VBZ zuständig –, haben sie hier die Verantwortung über das Schienennetz in Kloten, Opfikon, Wallisellen, Dübendorf und einem Streckenabschnitt zwischen Messe/Hallenstadion und Glattpark.

«Im Zuge des letzten Winters haben wir eine Risiko-Analyse gemacht und dabei erkannt, dass wir immer öfter mit derart extremen Wetterphänomenen rechnen müssen», erklärt Tino Kunz. «Wir haben deshalb unsere Konzepte noch einmal überarbeitet und den Bereitschaftsdienst ausgeweitet.»

Da die VBG über keine eigenen Fahrzeuge verfügen, bedeutet dies konkret, dass Vereinbarungen mit privaten Firmen abgeschlossenen wurden, die eine Schneeräumung innert maximal zwei Stunden garantieren können.

So weit, davon darf man angesichts der Prognosen von Meteo Schweiz ausgehen, wird es in den nächsten Tag wohl noch nicht kommen. Doch nur einfach wird es für die Verkehrsbetriebe trotz aller Vorbereitungen dennoch nicht. Die Rechnung ist einfach: «Wenn es schneit, hat es mehr Leute im Bus. Gleichzeitig wird der Gesamtverkehr langsamer. Das wiederum kann zu Verspätungen führen», erklärt Joe Schmid von den VZO. So viel verspricht er aber: «Wir werden alles daran setzen, dass die Rechnung dennoch aufgeht.»

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