Der Fall ist ein Telefonbetrug wie aus dem Schulbuch – mit «Polizisten» in der Hauptrolle. «Polizisten», die einer aus mehreren Personen bestehenden, grösstenteils unbekannten Gruppe angehören, die im Februar über wenige Tage hinweg von diversen Anschlüssen aus immer wieder auf die Festnetz- und Handynummer eine Ustermerin angerufen haben.
Die Anrufer hatten die Oberländerin ausgesucht, weil sie einen Vornamen hatte, der auf eine ältere Person schliessen liess, wie der Fall in einem kürzlich von der regionalen Staatsanwaltschaft erlassenen Strafbefehl nachgezeichnet wird,
Lüge von Bedrohung durch Einbrecher aufgetischt
Zwei der Anrufer gaben sich als Polizisten namens Berger und Dick aus. Die beiden Männer erzählten der Ustermerin, sie würden gegen eine Einbrecherbande ermitteln und in diesem Zusammenhang sei der Name der Oberländerin aufgetaucht. Nun solle sie doch bitte helfen, die Bande zu fassen. Zudem müsse sie ihr Vermögen vor der Bande schützen.
Um die beiden Ziele zu erreichen, verlangten die Anrufer diverse Informationen. Die Frau, welche diese von A bis Z erlogene Geschichte mindestens anfänglich nicht durchschaute, machten den Männern dann «Angaben über Vermögensstand, Schmuck und Bankkonto», wie es im Strafbefehl heisst. Angaben, zu denen die vermeintlichen Polizisten «unter Ausnützung des gewonnenen Vertrauensverhältnisses» kamen.

