Achtstündiger Einsatz im November dauerte zu lange
Der Brand in Wetzikon vor knapp einem Monat, am 18. November, scheint schon fast vergessen zu sein. So jedoch nicht für die Feuerwehr Wetzikon-Seegräben. Da sich der Einsatz über insgesamt acht Stunden hinzog und einige Ressourcen forderte, will sie diesen kritisch analysieren.
Eine brennende Pressmulde – man ist versucht, es ein Bagatellereignis zu nennen. Aber: «Der anfangs kleine Einsatz wurde immer grösser, obwohl wir immer mehr Mittel einsetzten», schreibt die Feuerwehr in ihrem Rückblick.
Alarmiert worden war die Feuerwehr Wetzikon-Seegräben um kurz vor 12 Uhr. Die Angehörigen der Feuerwehr trafen auf eine brennende Mulde, die tonnenschweren Abfall beinhaltete. Zu diesem Zeitpunkt war die Rauchentwicklung noch gering.
Mulde nicht zugänglich
Der Versuch, den Besitzer der Mulde – ein in der Region ansässiges Entsorgungsunternehmen – zu erreichen, scheiterte an der Tageszeit, schliesslich war Mittag.
Dies erwies sich als Problem, weil die Pressmulde für die Löschfahrzeuge nicht erreichbar war. Ein Unternehmen in der Nähe konnte aushelfen und die Mulde mit einem Pneubagger wegziehen.
Durch die hintere Öffnung konnte der Brandherd jedoch nicht erreicht werden. Und auch als man die Mulde mit Strom versorgte, bewirkte der Pressvorgang nicht, dass der Inhalt herausgedrückt wurde. Die Rauchentwicklung hatte indes beträchtlich zugenommen. Später kamen erste Beschwerden aus der Bevölkerung.
Bevölkerung gewarnt
Um 13.45 Uhr war der Besitzer nun mit einem Fahrzeug vor Ort, mit dem er die Mulde hätte entleeren können. Dies erwähnte er jedoch nicht. Laut der Feuerwehr habe er es im Nachhinein nicht klar begründen können.
Die Einsatzkräfte beschlossen also, die Mulde mit einer Trennscheibe zu öffnen, was aber nur sehr mühsam voranging. Der Greifer, mit dem man danach das Ganze kippen hatte kippen wollen, erwies sich als zu schwach.
Inzwischen hatte die Polizei eine Lautsprecherdurchsage in den angrenzenden Quartieren gestartet. Die Bevölkerung solle aufgrund der Rauchentwicklung die Fenster und Türen schliessen.
Viel Material benötigt
Erst ein herbeigezogener Kran konnte die Pressmulde nach drei Stunden Einsatzzeit kippen. So konnte der brennende Abfall gelöscht werden. Die Nachlöscharbeiten brachten nochmals Aufwand mit sich. Wegen dem vielen Löschwasser wurde die AWEL aufgeboten, um dieses aufzusaugen.
Erst nach 19 Uhr konnte der Schadenplatz verlassen werden.
Einzelne Feuerwehrleute brauchten im Rahmen des Einsatzes sieben Atemschutzflaschen. Die Feuerwehr kommt also zum Fazit: «Der Einsatz hätte in kürzerer Zeit bewältigt werden können.» (npl)
Ein Brand einer Pressmulde sorgte heute Nachmittag in Wetzikon für eine Geruchsentwicklung. Update folgt. #wetzikon #brand #geruch pic.twitter.com/SAMGManx3B
— Feuerwehr Wetzikon-Seegräben (@Feuerwehr_WS) November 18, 2021

