Die Polizei als Publikumsmagnet
«Wir sind für die Bevölkerung da», sagt Reto Mülli, Dienstchef des Verkehrszuges Hinwil, wenn er in sehr allgemeiner Form den Zweck seiner Arbeitgeberin, der Kantonspolizei Zürich, umschreibt. Doch am Samstag kam nicht wie üblich die Polizei zu eben dieser Bevölkerung, sondern die Bevölkerung zur Polizei: Gegen 3500 Menschen – darunter Regierungsrat Mario Fehr – besuchten den Verkehrsstützpunkt Betzholz im Hinwiler Autobahnkreisel. Rein kam nur, wer ein Corona-Zertifikat vorweisen konnte.
Sonst nicht öffentlich zugänglich
Der Stützpunkt, der sonst nur in sehr beschränkten Mass zugänglich ist, hatte für einmal seine Türen weit geöffnet. Auf dem Areal und dem angrenzenden, grossen Gelände des Trainingszentrums des Touring-Clubs der Schweiz (TCS) stellten sich der Verkehrszug und diverse weitere Dienstzweige der Kantonspolizei vor, der TCS und eine ebenfalls im Kreisel beheimatete Niederlassung des Tiefbauamts des Kantons Zürich. Zudem waren Partnerorganisationen vor Ort, unter anderem die Verkehrskadetten und der Rettungsdienst Regio 144.
Vom «Eagle» bis zum grossen Schneepflug
In der aufwändig gestalteten Schau wurde beinahe alles gezeigt, was die beteiligten Organisationen zu bieten haben. Das ging vom Bekanntem wie einem Patrouillenfahrzeug des TCS oder der Polizei über Exotisches wie den gepanzerten Mowag Eagle der Flughafenpolizei bis zur mobilen Einsatzzentrale der Polizei oder den grossen Winterdienst-Gefährten des Strassenunterhaltsdienstes des Tiefbauamts.
Berühren erlaubt
Das Besondere an der umfassenden Präsentation: Man durfte in fast alle Fahrzeuge einsteigen, sogar am Stand der Waffenexperten fast alles anfassen, selbst einmal eine der schweren ballistischen Schutzwesten der Polizei anziehen oder versuchen, einer Übungspuppe Handschellen anzuziehen. Auf sehr direkte Art zeigten auch Diensthunde ihr Können: In zwei Vorführungen, die jeweils von mehreren hundert Besuchern verfolgt wurden, demonstrierten die vierbeinigen «Polizisten» unter anderem eindrücklich, wie sie einen flüchtenden «Räuber» zur Strecke bringen.
An jeder Ausstellungsstation standen zudem Spezialisten Red und Antwort. Sie erklärten etwa, welche Trendfahrzeuge wie Elektro-Trottinetts wo gefahren werden dürfen, gaben Tipps zur Einbruchprävention oder zeigten, wie der Strassenunterhaltsdienst auf Autobahnen seine Baustellen absichert.
Das Interesse der Besucherinnen und Besucher an dieser Art der Informationsvermittlung war gross. Es gab keinen Ausstellungspunkt, wo es keine Warteschlange gab. Eigentlich logisch: Denn wann sonst kann man schon einmal mit einem Spurensicherungsprofi diskutieren oder ungestraft in einen Wasserwerfer der Polizei klettern?
