Schneeballsystem, Pyramidensystem, Lawinensystem: So nennt man die Verkaufssysteme, bei denen jeder Verkäufer einer Ware oder Dienstleistung nicht nur das Produkt verkaufen, sondern vor allem noch möglichst viele weitere, neue Verkäufer gewinnen soll, um so von einer Art Bonussystem zu profitieren. Profitieren tun dann aber in der Regel nur die wenigen Leute an der Spitze des Systems, das notabene oft nach zwei, drei Jahren mit Getöse zusammenkracht.
Mit «zweifelhaften Inseraten» auf Kundenfang
Genau ein solches, verbotenes System betrieben und damit gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verstossen zu haben, das wirft die Staatsanwaltschaft drei Verantwortlichen einer Glattaler Managementfirma vor. Das Trio – ein heute 54-jähriger und ein 37-jähriger Mann sowie eine 39-jährige Frau – habe zwischen 2013 und 2015 mit «zweifelhaften Jobinseraten» für eine selbständige «Tätigkeit mit guten Verdienstmöglichkeiten» Menschen angelockt.
«Zwischen ca. 40'000 bis 70'000 Franken pro Monat»
Laut Anklage von Firma erwähnter, möglicher Verdienst
Wer sich für den Job interessierte, konnte an einer der wöchentlich in der Region durchgeführten Informationsveranstaltungen teilnehmen. Und dort soll den Besuchern dann unter anderem «mittels verführerischer Bilder» erklärt worden sein, wie sie durch den Verkauf von Lifestyleprodukten wie Nahrungsergänzungsmitteln, Getränken und Körperpflegeprodukten einer international tätigen US-Firma sowie dem Anwerben neuer Verkäufer Geld machen könnten. Und zwar so richtig viel Geld: Gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft sei als denkbare Grössenordnung «zwischen ca. 40'000 bis 70'000 Franken pro Monat» genannt worden.

