Neunfach vorbestraft ist der Mann, der sich kürzlich vor dem Obergericht verantworten musste. Auf seinem Kerbholz stehen Delikte wie Körperverletzung, Raub oder versuchte Vergewaltigung. «Solche Leute sehen wir auch im Gerichtssaal selten», sagte der Richter und fragte: «Sind sie ein hoffnungsloser Fall?»
Der Beschuldigte verneinte. Die meisten Delikte hätten einen Zusammenhang mit seiner Sucht. Damals habe er harte Drogen und viel Alkohol konsumiert. «Die Hemmschwelle war tief und ich habe nichts überlegt.» Er sei früh von der Schule geflogen und habe danach schlechten Umgang gehabt.
«Aber ich weiss auch, wie man sich normal verhält», versicherte der 35-jährige Schweizer. «Ich bin nicht von morgens bis abends kriminell.» Zudem habe er die Sucht heute ziemlich unter Kontrolle. «Ich hoffe, dass ich bald freikomme und die verpasste Zeit mit meiner Tochter nachholen kann.»
Zimmerbesuch mit Folgen
Im aktuellen Fall ging es um eine versuchte schwere Körperverletzung. Entzündet hatte sich der Konflikt bei der Essensausgabe im Vollzugszentrum Bachtel in Ringwil. Der Beschuldigte hatte dabei einen Mitinsassen mit den Worten «Mach mal, du scheiss Junkie» aufgefordert, sein Abendessen schneller entgegen zu nehmen.

