«Jemand sagt die Wahrheit und jemand nicht.» Das Fazit eines Rechtsanwalts, der kürzlich vor Bezirksgericht Uster eine Klägerin vertrat, brachte die Sache auf den Punkt. Denn in diesem Fall standen sich zwei Parteien mit einer vollkommen gegensätzlichen Wahrnehmung derselben Angelegenheit gegenüber.
Die eine Seite ist diejenige einer heute 35-jährigen Kosovarin. Primär aufgrund ihrer Aussagen hat die Staatsanwaltschaft Vorwürfe gegen einen Mann erhoben, die sogar die Anklagebehörde selbst als «wuchtig» bezeichnet.
Denn der heute 44-jährige Mazedonier soll vom Sommer 2017 an über mehr als zwei Jahre hinweg die Frau zu sexuellen Handlungen genötigt haben. Die Rede ist von ungefähr zehn Vergewaltigungen; es könnten aber auch mehrere Dutzend sein – die Zahl ist einer der bedeutenden Punkte in dieser Sache, die völlig unklar sind.
Massive Drohungen
Stattgefunden hatte der Sex in Hotelzimmern sowie in der Tiefgarage eines Einkaufszentrums in der Region. Dort soll es, unbemerkt von Zentrumsbesuchern, auf dem Rücksitz eines Autos zum erzwungenen Geschlechtsverkehr gekommen sein.

