«Ich bin selten sprachlos, aber jetzt …». Der vorsitzende Richter fasste zusammen, was alle dachten, die am Donnerstag am Bezirksgericht Uster dem Prozess gegen einen 53-Jährigen beiwohnten. Einem Angeklagten, der in verstörender Offenheit präzise, überlegt und logisch begründet darlegte, weshalb er unbedingt jemanden umbringen wollte – und vor allem, dass er dasselbe unter gewissen Umständen garantiert wieder tun werde.
Arbeitskollege solle Treppe hinunterstürzen
Der Mann hatte Ende September 2019 an seinem Arbeitsort in Uster, wo er gerade einen Hilfsjob hatte, einen verhassten Kollegen töten wollen. Er griff ihn mit Faustschlägen an und drohte ihm dabei mehrmals, «ich bringe dich um». Dann versetzte er dem Kollegen mindestens drei Fusstritte in der Absicht, er würde dadurch das Gleichgewicht verlieren und eine steile Treppe hinunterstürzen und sich dabei das Genick brechen.
Nur weil eine Drittperson hinzukam, endete der Angriff. Das Opfer kam mit leichten Verletzungen davon.
300 Mal erfolglos beworben

