Kam früher in einer Filiale der Post eine grössere Summe Geld weg, war praktisch jedes Mal der Besuch eines Räubers der Grund dafür. Tempi passati: Aufgrund der immer strikteren Sicherheitsmassnahmen zahlt sich heute ein Überfall kaum mehr aus. So finden sich beispielsweise in der Statistik der Kantonspolizei Zürich zwischen 2015 und 2020 gerade mal noch ein bis maximal drei Post-Raube jährlich.
Vier Notenbündel à 10'000 Franken genommen
In den wenigen Fällen, in denen heute noch Geld aus einer Poststelle verschwindet, ist deshalb meistens ein Mitarbeiter der Drahtzieher – so, wie in einem bisher nicht öffentlich bekanntgewordenen Ereignis aus dem Bezirk Hinwil.
Eines Morgens im Winter 2019 hatte ein Angestellter der Postfiliale den Tresor geöffnet; den Code dazu kannte er. Der Mann nahm dann vier Bündel Papiergeld hinaus, wobei jedes Bündel aus zehn 1000er-Noten bestand. Diese 40'000 Franken sackte er aber nicht gleich ein, sondern liess sie einfach mal liegen, wie es in einem kürzlich von der regionalen Staatsanwaltschaft zu diesem Fall erlassenen Strafbefehl geschildert wird.
Es verging eine Stunde, bis der Mitarbeiter definitiv zugriff und das Geld in sein Portemonnaie steckte. Gleichentags beglich er mit über der Hälfte der Summe offene Rechnungen. Kurz darauf verwendete er gemäss Strafbefehl auch noch den Restbetrag «zur Bezahlung weiterer Ausstände».

