«Sie hat systematisch und auf hinterhältige Weise das Vertrauen von Landsleuten ausgenützt.» Was der Staatsanwalt vor dem Bezirksgericht Hinwil über die Aktivitäten einer heute 44-jährigen Kosovarin sagte, ist in einer über 30 Seiten starken Anklageschrift im Detail erläutert.
Haftentlassung versprochen
Die im Oberland wohnhafte Frau hatte zwischen 2010 und 2015 drei Familien und einer Frau aus dem Kosovo versprochen, ihre Probleme zu regeln – ungewöhnliche Probleme, die auf legale Art kaum zu regeln gewesen wären. So versprach sie ihren Bekannten, sie könne die vorzeitige Haftentlassung eines Mannes erwirken, eine Einreisesperre aufheben, bei einem imaginären Liegenschaftskauf vermitteln sowie illegal Pässe für ein Asylbewerber-Paar beschaffen.
Dienstleistungen, für welche die Frau natürlich eine Entschädigung erbat. Oder, wie sie es zuweilen bezeichnete, ein «Depot» oder «Richterspesen». Und die Hilfesuchenden zahlten: Insgesamt über 130'000 Franken und 20'000 Euro wechselten den Besitzer.
«Hochrangige Beamtin für schwere Fälle.»
So gab sich die Frau laut Anklage aus

