Busse, weil sie ihre Schwester «gäldgierigs Ludär» nannte
Zänkereien oder gar schwerwiegende Auseinandersetzungen gibt es in vielen Familien. Doch die meisten solcher Dispute bleiben dann auch innerhalb dieser Gemeinschaft – und damit in der Regel mindestens juristisch folgenlos.
Kosten von 1100 Franken
Nicht so im Fall einer Frau aus einer kleinen Gemeinde im Bezirk Pfäffikon. Die Oberländerin wurde nach einer Reihe von Beleidigungen gegenüber ihrer eigenen Schwester angezeigt. Und kürzlich nun von der regionalen Staatsanwaltschaft wegen mehrfacher Beschimpfung verurteilt.
Die 41-Jährige erhielt eine Geldstrafe von 450 Franken. Da diese Strafe bedingt ausgesprochen wurde, muss sie nicht bezahlt werden – ganz im Gegensatz zu einer zusätzlichen Busse von 300 Franken und 800 Franken Verfahrenskosten.
Streit um Geld
Gemäss den Angaben im Strafbefehl zu dem Fall hatte die 41-Jährige ihrer Schwester im vergangenen Jahr mindestens vier Mal Whatsapp-Nachrichten mit üblen Titulierungen geschickt. Hintergrund der mit Schreibfehlern gespickten Schmähungen dürfte ein Streit um Geld sein.
«… ich het dir din dräcksgrind verschlage»
So drohte die Frau ihrer Schwester
Das Motiv zeigt sich schon beim Blick in die erste Nachricht: «du häsch eus usgsogä, abär gmacht häsch nüd all dia Jahr … gruusig bisch gruusig». Vor dieser an einem Abend abgeschickten Nachricht war es offenbar zu einer Begegnung der beiden Schwestern gekommen – und dort fast zum handfesten Streit: «Häsch chönä froh si, isch s’mami au no frad det gsie … ich het dir din dräcksgrind verschlage».
Sexuelle Beleidigung
Einen Tag später legte die Schreiberin im selben Sinn nach: «weisch, ich odär besser gseit mir plagät nur diä gäldgeilä scheiss Rattänä, wos nöd wänd ihgseh, wär schluss ändli am längere hebel ziäht». Im zweiten Teil der Nachricht folgte dann noch eine sexuelle Beleidigung.
Wochen danach kam es zu einer weiteren Einschüchterung: «pass eifach uf, wänd dis scheiss vorhabä värzellsch». Und auch in diesem Whatsapp wurde indirekt körperliche Gewalt angekündigt: «luäg dast eus niä begägnisch du Gäldgierigs Ludär».
Beschimpfungen als «massiv» eingestuft
Durch diese Nachrichten sei die Schwester nicht nur persönlich, sondern auch «massiv angegriffen» worden, heisst es im Strafbefehl. Die Beschimpfungen hätten die Empfängerin «offenkundig in ihrer Ehre verletzt». Und genau das sei von der Verfasserin der Schreiben auch «bezweckt worden».
