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Blaulicht

«Einsicht bei Wirtschaftsdelinquenten ist schon relativ selten»

Verschachtelte Firmenkonstrukte, undurchsichtige Buchhaltungen, wenig auskunftsfreudige Beschuldigte: Die Aufklärung von Wirtschaftskriminalfällen ist sehr aufwändig. Damit diese Fälle kompetent bearbeitet und rechtzeitig abgeschlossen werden, arbeitet bei der regionalen Staatsanwaltschaft neu ein Spezialist.

«Para-WK» – die Bezeichnung für die jüngste Spezialdisziplin, der man sich bei der Staatsanwaltschaft See/Oberland in Uster widmet, tönt so rätselhaft wie die Aussage eines millionenschweren Unternehmers, der beteuert, er habe wirklich absolut nichts zu versteuern. Die Erklärung: «WK» steht für Wirtschaftskriminalität, «Para» ist eine griechische Vorsilbe, die unter anderem «neben, gegen, wider» bedeutet. Das heisst, die Disziplin mit dem so kryptischen Namen steht für all die Wirtschaftskriminalfälle, die zu gross für einen «normalen» regionalen Staatsanwalt sind, aber noch nicht so riesig wie etwa ein Raiffeisenbank- oder Swissair-Fall, die dann von der spezialisierten und gegen 40 Mitarbeitende starken kantonalen Staatsanwaltschaft III bearbeitet werden.

Durchs Band komplexe Angelegenheiten

Sechs Para-WK-Staatsanwälte, verteilt über den ganzen Kanton, gibt es mittlerweile, derjenige in Uster heisst Donat Welti. Das lässt sich auch im Internet nachlesen; aus Sicherheitsgründen möchte der 43-jährige Jurist aber nicht zu erkennen sein. Dass alle mittelgrossen Wirtschaftskriminalfälle seit dem Frühjahr 2019 bei ein und derselben, nur für solche Aufgaben zuständigen Person landen, soll «sicherstellen, dass diese Fälle zeitgerecht erledigt werden», sagt Welti im Gespräch mit dieser Zeitung.

Denn eines ist all diesen Dossiers gemein: «Sie haben immer einen gewissen Umfang mit einer gewissen Komplexität, was eine aufwändige Verfahrensstruktur zur Folge hat.» Aufwändig, weil solche Fälle – etwa im Gegensatz zu einem Raub oder einem Sexualdelikt – oftmals viele Geschädigte, mehrere Beschuldigte oder Mitttäter sowie einen Auslandsbezug aufweisen. Was «viele Geschädigte» heisst, zeigt ein Blick auf ein pendentes Dossier, in welchem sage und schreibe gegen 140 Opfer aufgelistet sind.

«Der Klassiker meiner Fälle», so Welti, seien alle Arten von Betrügen sowie Veruntreuungen und ungetreue Geschäftsbesorgungen. Weitere typische Tatbestände bei seiner Arbeit sind Urkundenfälschung, Verstösse gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und regelmässig  Betreibungs-  und Konkursdelikte.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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