Es war eine Angelegenheit von nicht einmal einer halben Minute – doch die ungeahnten Folgen davon waren für eine junge Frau massiv: Strafuntersuchung, Anklage mit der Forderung nach harten Sanktionen, Gerichtsverhandlung.
Die Frau war in einem Sexsalon in Volketswil beschäftigt. Dort erhielt sie einen Abends im Frühjahr 2019 auf ihr Facebook-Konto ein Video zugeschickt. Auf dem Film war eine Sexszene mit einem minderjährigen Mädchen zu sehen. Die Frau klickte kurz auf das Video und leitete es danach sogleich an eine Freundin auf deren Facebook-Konto weiter.
«Ich dachte, dass Facebook so etwas automatisch löscht.»
Die Beschuldigte
Ja, sie habe das Video erhalten, schnell einen Ausschnitt davon betrachtet und die Datei einer Freundin geschickt, welche die Bilder sehen wollte, gab die heute 20-jährige Ungarin zu, als sie dieser Tage vor einer Einzelrichterin am Bezirksgericht Uster stand. Die Frau gab auch ihrer Verwunderung Ausdruck, dass die Datei sie überhaupt erreicht hatte, denn «ich dachte, dass Facebook so etwas automatisch löscht». Der Film sei «ekelhaft» gewesen.
«Ich wusste nicht, wie alt die abgebildete Frau ist», sagte die Beschuldigte. Ebenso wenig habe sie gewusst, dass das Weiterleiten eines solchen illegalen Videos mit einer minderjährigen Darstellerin verboten ist. Denn «ich kannte die Gesetze nicht.»

