Es war kurz vor 20 Uhr an einem Februarabend 2019, als eine Frau im Tösstal zum Telefon griff. Sie rief einen Bekannten aus der Region an und sagte zu ihm: «Weil du der Teufel bist, komme ich vorbei und werde dich aufschlitzen. Es wird nicht lange gehen.» Das war jedoch nicht der einzige Anruf, den der Mann erhielt und auch nicht die einzige Todesdrohung. Insgesamt 119 Mal hatte die Frau innerhalb von vier Tagen angeläutet – davon an einem einzigen Tag 89 Mal.
Dem Mann war das nicht mehr geheuer. Er fürchtete einen Angriff der Frau und installierte deshalb Überwachungskameras bei seiner Wohnung. Und auf den Spaziergang mit seinem Hund nahm er zeitweise zur Verteidigung bei einem möglichen Angriff einen Stock und eine schwere Taschenlampe mit.
«Was ich gesagt habe, war anders gemeint.»
Die Stalkerin
Die Stalkerin wurde kurz nach den Drohanrufen festgenommen und sass anschliessend knapp zwei Monate in Haft. Am Freitagnachmittag stand sie vor einer Einzelrichterin des Bezirksgerichts Pfäffikon – und gab alles zu.
Allerdings betonte sie: «Was ich gesagt habe, war anders gemeint.» Sie habe den Mann nie töten wollen. Zudem «hat er es in gewisser Weise provoziert». Denn er habe sie mehrfach angemacht, und sie habe ihn zurückgewiesen. «Ich frage mich, wer denn da der Stalker ist».

