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Blaulicht

Betrüger und Vergewaltiger muss ins Gefängnis

Er hatte seine Partnerinnen abgezockt und eine von ihnen vergewaltigt. Nun muss der 33-jährige Angeklagte mehrere Jahre hinter Gitter. Der Richter bezeichnete sein Verhalten als «parasitär».

Mehrere hundert Seiten Einvernahmeprotokolle aus der Strafuntersuchung, zwei Anklageschriften im Totalumfang von 60 Seiten, 16 eingeklagte Tatbestände, zwei Staatsanwälte, drei Rechtsanwältinnen und -anwälte: Der Fall, mit dem sich das Bezirksgericht Uster kürzlich befassen musste, war eine umfangreiche Sache. Im Mittelpunkt der Geschichte stand ein brasilianisch-schweizerischer Doppelbürger. Der 33-Jährige soll zwischen 2014 und 2018 mehrheitlich im Zürcher Oberland und zulasten von sechs Frauen unter anderem rund 200 Betrügereien verschiedenster Art sowie zwei schwere Sexualdelikte begangen haben.

«Ich wollte mir ein besseres Leben ermöglichen.»

Der Angeklagte

Was die Betrügereien anging, war der Mann geständig. Er gab zu, Namen, Passwörter sowie Bank- und Kreditkarten seiner jeweiligen Freundinnen – und in einigen Fällen sogar seiner Mutter – missbraucht und so Waren und Bargeld bezogen zu haben. Das betraf Kleider-Bestellungen bei Zalando für 1000 Franken, den Kauf eines VBZ-Tickets für vier Franken oder den Erwerb eines Autos für 32‘000 Franken, zu dem er eine der Frauen überredet hatte.

Auch aus Faulheit so gehandelt

Sein Motiv: «Ich wollte mir ein besseres Leben ermöglichen». Dabei habe er aber nie beabsichtigt, seine Freundinnen auszunützen. Allerdings sagte der Mann laut einem Staatsanwalt in früheren Einvernahmen, dass eines seiner Oberländer Opfer «nur Mittel zum Zweck war». Und der Zweck war: zahlen. Die Frage des vorsitzenden Richters, ob man zusammenfassend sagen könne, er habe wegen fehlender Finanzen und aus Faulheit die Partnerinnen ausgenommen, bejahte der Mann denn auch.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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