18-Jähriger beging Raub – für zwei Luxus-Shirts
Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her. In der Unterführung beim Bahnhof Rüti trafen nach 20 Uhr mehrere Menschen aufeinander. Auf der einen Seite hatten sich ein damals 18-Jähriger aus der Region in Begleitung dreier Kollegen eingefunden, auf der anderen Seite zwei andere Jugendliche. Zweck der Begegnung: der eine der beiden Jugendlichen sollte dem 18-Jährigen zum Preis von 540 Franken zwei T-Shirts der bei jungen Generation hippen, teuren Marken Off White und Supreme übergeben.
Was der Verkäufer nicht wusste: Der Käufer wollte kostenlos zu den begehrten Kleidungsstücken kommen. Oder wie es ein Strafbefehl umschreibt, der später zu dem Ereignis erstellt wurde: der Käufer habe «bereits im Vorfeld zumindest in groben Zügen geplant, die Ware ohne die Bezahlung des vereinbarten Kaufpreises und wenn nötig gewaltsam zu entwenden.»
Fusstritte gegen Opfer am Boden
Und wie geplant, ging die Sache dann auch über die Bühne. Der Käufer erklärte, er zahle erst später, worauf es zu einem verbalen Disput kam. Anschliessend gab der 18-Jährige dem Leibchen-Besitzer eine Ohrfeige und schlug ihm die Faust ins Gesicht. Als der Angegriffene flüchten wollte, riss ihn die Gegnergruppe zu Boden und traktierte ihn gemäss Schilderungen im Strafbefehl mit Fusstritten.
Schliesslich wurden dem Zusammengeschlagenen die beiden Shirts, zwei Postfinance-Karten und zwei Airpods – das sind teure, kabellose Apple-Kopfhörer – entrissen. Auf der Flucht dann gab der 18-Jährige eines der Leibchen einem Mittäter, und die Airpods wurden innerhalb der Gruppe verkauft.
Viel höhere Kosten, als wenn er Shirts bezahlt hätte
Gegen alle vier Mitglieder der Angreifergruppe wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Das Verfahren gegen den 18-Jährigen ist nun abgeschlossen. Per Strafbefehl verurteilt ihn die regionale Staatsanwaltschaft wegen Raubs zu einer bedingten Strafe von sechs Monaten. Zudem hat er eine Busse von 800 Franken zu bezahlen und weitere Kosten von über 1600 Franken. Sein Drang nach den teuren Shirts kommt den jungen Mann also auf fast fünfmal mehr zu stehen, als er hätte für die Markenware zahlen müssen.
Apropos Leibchen: Diese und die anderen gestohlenen Gegenstände konnten von der Polizei sichergestellt werden. Und so hat sie der rechtmässige Besitzer nun wieder.
