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Blaulicht

Fahrunfähig – und trotzdem im «Ausgang» unterwegs

Wer fährt eigentlich so mitten in der Nacht im Industriequartier herum? Leute, die es definitiv nicht mehr sollten, wie eine Kontrolle der Polizei im Bezirk Uster zeigte.

Bei einer Grosskontrolle der Kantonspolizei wurde die Fahrfähigkeit der Automobilisten geprüft., An einem Anhalteposten erfolgt eine erste Kurzüberprüfung der Autoinsassen., Autos, die man sich genauer ansehen will, werden auf einen Kontrollplatz geleitet., Autos, die man sich genauer ansehen will, werden auf einen Kontrollplatz geleitet., Auf dem Kontrollplatz erfolgt dann die genaue Überprüfung des Fahrzeugs und vor allem des Lenkers., Auf dem Kontrollplatz erfolgt dann die genaue Überprüfung des Fahrzeugs und vor allem des Lenkers.

(Fotos: Mano Reichling)

Fahrunfähig – und trotzdem im «Ausgang» unterwegs

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kantonspolizei führte am Wochenende eine Grosskontrolle im Raum Volketswil durch
  • Unter die Lupe genommen wurden Autofahrer, die spätnachts unterwegs sind   
  • Mehr als einer setzte danach den «Ausgang» unfreiwillig zu Fuss fort

 

Hochbetrieb im Industriequartier – dass diese Kurzbeschreibung eines Aktivitätszustandes am Tag zutrifft, wenn in allen Firmen gearbeitet wird, ist klar. Weniger klar dürfte vielen aber sein, dass dieselbe Aussage mittlerweile auch für die Nacht gilt.

Wie fit sind die Lenker, was haben sie dabei?

Deshalb sah sich die Kantonspolizei Zürich zum Auftakt des Wochenendes an drei Orten in Volketswil und Schwerzenbach einmal gezielt an, wen es denn so in die  Gegenden zieht, wo es neben Industrie und Shoppingcentern eben auch Betriebe wie Sexetablissements, Klubs verschiedener Art, Tankstellen und andere ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten geöffnete Geschäfte hat. Im Rahmen einer kriminal- und verkehrspolizeilichen Grosskontrolle nahm man die Autos unter die Lupe, mit denen die Nachtschwärmer unterwegs sind, wobei  «ein Schwerpunkt auf die Fahrfähigkeit der Lenker» gelegt wurde, wie Einsatzleiter Dani Schmid erklärte. Zudem wurde unter anderem kontrolliert, ob die Leute auf ihrem Weg in den «Ausgang» verbotene Gegenstände mitführen oder verdächtige Werkzeuge, wie sie etwa für Einbrüche geeignet sind.

Kokain gefunden

Am Freitag um 22 Uhr war die Aktion losgegangen, am Samstag um 3.15 Uhr war sie zu Ende – mit einer Bilanz, die eine ganze Reihe von Gesetzesverstössen aufzeigt: Ein 52-Jähriger und eine 54-Jährige sassen derart angetrunken hinter dem Steuer, dass sie ihren Führerausweis sofort abgeben mussten. Zu Fuss heim ging auch ein 38-jähriger Serbe, bei dem laut Kantonspolizei «der Verdacht auf Fahren unter Drogeneinfluss» bestand. Und schlicht ohne «Billett» unterwegs war ein 25-jähriger Bosnier; der Ausweis war ihm nämlich schon früher einmal aberkannt worden.

«Jeder Fahruntüchtige, den wir aus dem Verkehr ziehen,
bringt mehr Verkehrssicherheit.»

Rebecca Tilen, Kantonspolizei Zürich

Fündig wurde man auch bei einer 21-jährigen deutschen Beifahrerin: Sie hatte Kokain dabei. Die Droge wurde sichergestellt. Recht ungewöhnlich und zeitaufwändig gestaltete sich der Fall eines Kontrollierten, der zwar zwei ausländische Pässe vorweisen konnte, deren beide Namen aber nicht mit demjenigen übereinstimmten, den er der Polizei nannte. Zudem kam heraus, dass der Mann illegal in der Schweiz arbeitet. Ferner fasste eine spanische Familie eine Verzeigung, weil sie ihre Kleinkinder ungesichert mitführte, es wurden Bussen ausgestellt und mehrere Beanstandungsrapporte, vor allem wegen defekter Beleuchtungen.

«Verifyer» im Einsatz

Dass trotz Dunkelheit und Nonstop-Betrieb an den Kontrollstellen recht schnell diejenigen Fahrer entdeckt wurden, die nicht hätten unterwegs sein dürfen, ist dem Einsatz mehrerer «Verifyer» (englisch etwa für «Überprüfer») zu verdanken. Diese Polizistinnen und Polizisten können dank einer speziellen Ausbildung innert Minuten feststellen, ob jemand in irgendeiner Form «verladen» ist. Das alleine dadurch, indem sie einen Kontrollierten in ein geschickt aufgebautes Gespräch verwickeln und dabei bestimmte körperliche und verbale Zeichen genau beobachten – sei es die Pupillenreaktion oder einfach die Art, wie geantwortet wird.

Auch präventive Wirkung

In fünf Stunden vier Personen die Weiterfahrt verboten: Das mag nicht nach wahnsinnig viel tönen. Doch Kantonspolizei-Mediensprecherin Rebecca Tilen gibt zu bedenken, «jeder einzelne Fahruntüchtige, den wir aus dem Verkehr ziehen, ist ein Erfolg und bringt mehr Verkehrssicherheit». Und Einsatzleiter Schmid ergänzt: «Und die präventive Wirkung solcher Aktionen ist noch bedeutender.»

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