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Polizei-Stützpunkt wird saniert – und zum Blackout-Führungszentrum

Der regionale Stützpunkt der Verkehrspolizei im Hinwiler Betzholz wird momentan modernisiert und erweitert. Künftig managt man von hier aus auch ganz grosse, gemeindeübergreifende Notfälle.

Das flache Bürogebäude (links) der Verkehrspolizei wird um einen Stock erhöht, die Werkstatt daneben «nur» saniert., Der Ausrüstraum ist bereits fertiggestellt., Auch ein neuer Unterstand für Dienstfahrzeuge steht schon., Die unterirdische Garage für die Patrouillenwagen bleibt unverändert., Umfassende Veränderungen gibt es hingegen im derzeit vollständig ausgehölten Bürogebäude., Im Untergeschoss, wo früher eine Zelle war, entsteht eine Dusche für die Polizistinnen., Die Verkehrspolizei arbeitet während des Baus in einem Container-Provisorium.

(Fotos:Ernst Hilfiker)

Polizei-Stützpunkt wird saniert – und zum Blackout-Führungszentrum

Der Sitz des Verkehrszuges Hinwil (VZH) der Kantonspolizei, von wo aus die verkehrspolizeiliche Versorgung des Zürcher Oberlandes und des rechten Zürichseeufers sichergestellt werden, liegt recht speziell, aber eben durchaus zum Zweck der Organisation passend: im Autobahnkreisel Betzholz in Hinwil. Seit der Eröffnung dieses Stützpunktes im Jahr 1978 hat sich allerdings einiges verändert. Der Mitarbeiterbestand stieg von 26 auf über 50, parallel dazu nahmen die Zahl der Einsatzfahrzeuge, das Material und die Aufgaben zu. Zudem setzten die vergangenen 40 Jahre dem Bau zu, obwohl man immer wieder mal etwas auffrischte oder anpasste – «aber halt eher im Rahmen einer Pflästerlipolitik», wie es VZH-Dienstchef Reto Mülli bezeichnet. «So spürt man beispielsweise im Winter einen kühlen Luftzug im Gebäude, selbst wenn alle Fenster geschlossen sind.»

Ein zusätzlicher Stock für das Bürogebäude

Deshalb lässt der Kanton den Stützpunkt sanieren und erweitern; die Arbeiten laufen seit drei Monaten. Da die Polizei nicht einfach Betriebsferien machen kann, wurde neben der Baustelle ein Provisorium mit einem Dutzend Containern aufgestellt. «Wir bleiben dadurch rund um die Uhr einsatzfähig», sagt Mülli.

Das Bauvorhaben umfasst zwei Gebäude: primär die grundlegende Modernisierung und Erweiterung des Bürogebäudes mit Untergeschoss und Erdgeschoss, sekundär die Sanierung des benachbarten, eigenständigen Werkstattgebäudes. Die Erweiterung des Hauptgebäudes geschieht, indem man auf das bisherige Flachdach schlicht eine zusätzliche Etage setzt und im Untergeschoss die Garderobenräume ausbaut. Damit stehen nachher nicht nur mehr Büros zur Verfügung, sondern unter anderem auch ein grösserer Waffenraum für eigene und die regelmässig in Hinwil abgegebenen Fremdwaffen sowie eine zeitgemässe Garderobe mit Dusche für die Polizistinnen, denn mittlerweile stellen Frauen rund einen Drittel der Mitarbeitenden.

Auch Erdbebensicherheit war ein Thema

Und natürlich wird das Gebäude energetisch auf Vordermann gebracht und die gesamte Haus- und IT-Technik ersetzt. Ferner kommt es zu Anpassungen im Bereich Sicherheit und in Bezug auf die Erdbeben-Stabilität der Liegenschaft.

Im Werkstattgebäude, wo die Polizeifahrzeuge der Region gewartet werden, erfolgt lediglich eine Dachsanierung und die Umstellung auf LED-Beleuchtung. Unberührt bleibt die darunterliegende Tiefgarage, in welcher unter anderem elf Patrouillenfahrzeuge und zwei Motorräder parkiert sind.

Eigene Notstromversorgung

Beim Verkehrszug Hinwil bleibt es aber nicht alleine bei baulichen Neuerungen. Der  Stützpunkt übernimmt auch zusätzliche Aufgaben. So wird der im Neubauteil entstehende grosse Rapport- und Schulungssaal der Kantonspolizei als Führungsstandort bei gemeindeübergreifenden Notfällen in den Bezirken Hinwil, Uster, Pfäffikon und Meilen dienen. In erster Linie denkt man dabei an ein Blackout, also einen grossflächigen, lang andauernden Stromausfall. Damit ein solcher Führungsstandort und generell der Stützpunkt in ausserordentlichen Lagen betrieben werden können, verfügt man über ein leistungsfähiges Notstromaggregat. «Wir können mehrere Wochen stromunabhängig arbeiten», prognostiziert Mülli.

Investition von fast acht Millionen Franken

Bereits fertiggestellt sind ein Unterstand für die Fahrzeuge der sechs bisher an verschiedenen Orten stationierten, neu im Betzholz domizilierten regionalen Kinder- und Jugendinstruktoren sowie der Ausrüst- und Bereitstellungsraum. Das ganze Bauvorhaben, das auf 7,6 Millionen Franken zu stehen kommt, soll im März 2020 beendet sein. Und dann sind die Bedürfnisse der regionalen Verkehrspolizei für einige Zeit erfüllt. Zur Freude von Reto Mülli: «Was wir hier bauen, genügt für die nächsten 30 Jahre.»

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