Auto-Occasionshandel: eine Branche mit zweifelhaftem Ruf. Ein Ruf, der mit dem grossen, kürzlich vor dem Bezirksgericht Uster verhandelten Fall um einen Autoverkäufer auf Abwegen und seinem offensichtlich über Monate hinweg absolut ahnungslosen Arbeitgeber erneut leiden dürfte.
Quittungen gefälscht
Vor den Richtern sass ein früherer Verkäufer eines grossen Zürcher Oberländer Occasions- und Neuwagenhändlers. Laut Anklage hatte der Mann zwischen 2013 und 2015 «eine unbestimmte Anzahl», vermutlich aber über 50, Autos an den Mann gebracht. Das dafür von den Kunden erhaltene Bargeld quittierte er, vernichtete danach dann die Quittung aber. Später erstellte er eine neue Quittung und gab den entsprechenden Betrag, der jedoch bereits aus einem nächsten Verkauf stammte, dem Buchhalter seines Arbeitgebers ab.
Das hat er gemäss Anklage gemacht, um «sich zumindest vorübergehend an den Verkaufserlösen zu bereichern und zuvor begangene Verkäufe von Fahrzeugen ohne Verbuchung zu vertuschen». Ein klassisches Schneeballsystem also. Oder, wie es der Verteidiger später ausdrückte: «Der Beschuldigte hat sich gewissermassen in Selbstregie einen Vorschuss herausgenommen».
Verkaufssumme für sich behalten

