Vorerst eine Exklusivität von Autos der Oberklasse, ist seit wenigen Jahren in jedem neuen Wagen ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) eingebaut. Ein ESP erkennt und korrigiert Lenk- und Bremsfehler und trägt so zur Fahrsicherheit bei. Oder, wie es ein Fachmann des Touring-Clubs der Schweiz (TCS) formuliert: « Dieses System ist ein Segen für Autofahrer. » Das Programm auszuschalten, das mache ergo « überhaupt keinen Sinn » .
Doch genau das tat der Fahrer eines BMW M6 im September 2015 in Bubikon. Dieser Überzeugung ist zumindest ein auf schwere Verkehrsdelikte spezialisierter Staatsanwalt, der den M6-Lenker, der allerdings ganz anderer Meinung ist, deshalb anklagte.
Mit 100 km/h in Van geknallt
Der heute 29-Jährige Kosovare, der seit seiner frühesten Jugend im Zürcher Oberland lebt, war nach 21 Uhr über die Auffahrt Rüti auf die Oberlandautobahn A53 Richtung Hinwil eingefahren. Vier Meter seitlich versetzt hinter einem parallel auf der Normalspur vor ihm rollenden VW Sharan, gab der BMW-Fahrer beim Beginn des Beschleunigungsstreifens Vollgas.
Gemäss Anklage drehten dann ein oder zwei Hinterräder des 500-PS-Boliden durch, der Wagen geriet ins Schleudern und knallte mit 100 km/h ins Heck des Sharan, der sich in der Folge überschlug und auf dem Dach noch 90 Meter weit rutschte. Sowohl der 48-jährige Lenker des gerammten Vans wie der Unfallverursacher und sein Bruder auf dem Beifahrersitz überstanden die Kollision mit lediglich leichten Verletzungen.

