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Im Zug vor einer Passagierin onaniert

Ungewöhnlicher Szene in der S-Bahn bei Uster: Ein Mann befriedigt sich im Passagierabteil. Das kommt ihn nun sehr teuer zu stehen.

Exhibitionisten sind auch im Zug aktiv, wie ein Fall aus Uster zeigt. (Archivfoto: Manuel Reimann)

Im Zug vor einer Passagierin onaniert

Wer den Begriff «Exhibitionist» hört, denkt in der Regel an Männer, die sich im Wald oder vor einer Gruppe Mädchen auf dem Schulweg entblössen. Dass es aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln zu solchen Taten kommt, ist kaum bekannt. Doch im Jahr 2017 schrieb die Kantonspolizei Zürich neun Rapporte über solche Vorkomnisse, die sich meistens in Zügen ereigneten. Zudem liess sechsmal an Bahnhöfen oder Haltestellen jemand bewusst die Hosen runter.

Sich mehrere Minuten lang selbst befriedigt

So, wie auch im Juni dieses Jahres in einer Komposition der S 9. Die S-Bahn war an jenem Tag nach 21.30 Uhr zwischen Greifensee und Uster unterwegs, als ein 41-Jähriger seinen Penis entblösste. Und dann onanierte er einige Minuten lang, wobei er eine Mitreisende ansah, die im Abteil schräg gegenüber sass. Bei diesem Akt habe der Mann gewusst und beabsichtigt, dass die Frau «sein Tun deutlich sehen konnte», wie es in einem später zu dem Fall erstellten Strafbefehl heisst.

300 Franken fürs Zuschauen geboten

So speziell wie schon das Onanieren im Zug, ging die Geschichte dann weiter. Nachdem nämlich sowohl der Mann wie die Frau in Uster ausgestiegen waren, sprach der 41-Jährige die Passagierin in der Bahnunterführung an und fragte, «ob sie Lust hätte, etwas mit ihm zu machen». Als sie verneinte, bot er ihr laut Strafbefehl an, «dass sie auch nur zuschauen könne»; sie würde dafür sogar 100 Franken erhalten. Nach einem erneuten Nein steigerte er das Angebot auf 200 Franken, anschliessend auf 300 Franken. Und dann kam es zu einem ungewöhnlichen Ende einer ungewöhnlichen Geschichte: Der Mann wünschte der Frau einen schönen Abend und sagte, «dass es eine schöne Zugfahrt mit ihr gewesen sei».

Kosten von 3300 Franken

Für seinen Auftritt wurde der 41-Jährige nun kürzlich wegen Exhibitionismus und sexueller Belästigung verurteilt. Der Staatsanwalt sprach per Strafbefehl eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen à 80 Franken aus. Zu diesen 2000 Franken addieren sich noch eine Busse von 500 Franken sowie Verfahrenskosten von 800 Franken. Insgesamt kommt die Episode im und neben dem Zug den Mann also auf 3300 Franken zu stehen. 

 

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