Nach einem Familienstreit musste er einfach «Dampf ablassen». Und zwar im Auto. Obwohl es 2 Uhr morgens war, setzte sich deshalb ein 20-Jähriger Mitte Oktober 2017 in seinen Wagen und fuhr los. Auf der Laupenstrasse und der Goldingerstrasse in Wald, wo Tempo 50 gilt, hatte er über eine Strecke von fast 1,8 Kilometern 83 km/h drauf, wie aus der später zu dem Fall erstellen Anklage hervorgeht. Ausgangs Laupen dann drückte der Mann das Gaspedal noch weiter nach vorn: auf einem 135 Meter langen Abschnitt erreichte er ein Tempo von 114 km/h – immer noch im 50er-Bereich.
Fast zwei Promille intus
Sein Pech: hinter ihm befand sich eine Patrouille der Polizei, die ihn schliesslich stoppte, für einen Tag in Haft nahm und ein Verfahren einleitete. Dabei kam auch heraus, dass der Autofahrer in jener Nacht mit mindestens 1,99 Promille Alkohol im Blut unterwegs war, sein Auto einen defekten Rückspiegel hatte und der Wagen während der Fahrt in einer Kurve komplett auf die Gegenfahrbahn geraten war. Insgesamt ein Verhalten, mit dem der Fahrer nach Ansicht der Staatsanwältin, die sich mit dem Fall befasste, andere Verkehrsteilnehmer hätte auf gravierendste Art gefährden können.
20 Monate bedingt
Da der 20-Jährige von Anfang an vollumfänglich geständig war, konnte der Fall im abgekürzten Verfahren behandelt werden. So erhob das Bezirksgericht Hinwil vor ein paar Tagen den Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft zum definitiven Urteil: Schuldspruch wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln und weiteren Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz und Bestrafung mit 20 Monaten bedingt und einer Busse von 300 Franken. Zudem wurde die Probezeit einer früheren, bedingten Strafe um ein Jahr verlängert.

