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Blaulicht

«Wir haben durchaus 14-Jährige, die schwere Delikte begehen»

Sein halbes Leben lang befasste er sich mit straffälligen Jugendlichen, nun tritt der Leiter der regionalen Jugendanwaltschaft in Uster zurück. Im Interview erzählt Edward von Niederhäusern von schweigenden Tätern, der Wirkung von Strafen und was er manchmal von Eltern zu hören bekommt.

Seit über 30 Jahren haben Sie mit straffälligen Jugendlichen zu tun, da ist die klassischste aller Fragen zum Thema ja wohl unumgänglich: War die Jugend früher «besser» als heute?
Edward von Niederhäusern: Im Grossen und Ganzen sind die Jugendlichen gleich geblieben. Was sich meinem Gefühl nach verändert hat ist, dass die Jugendlichen früher eher geständig waren. Heute ist es schwieriger, zu einem Geständnis zu kommen. Möglicherweise, weil sich die Jugendlichen heute früher in einer Pseudo-Selbstständigkeit wähnen. Vielleicht hat auch die Autoritätsgläubigkeit abgenommen, gerade auch gegenüber der Jugendanwaltschaft und Polizei.

Und wenn dann doch mal ein Geständnis vorliegt: Wie sieht es mit Einsicht in die eigene Schuld aus?
Generell kann man sagen, dass wenn der Schaden oder die Auswirkungen einer Tat nicht gross sind, die Jugendlichen schnell einmal an den Punkt kommen, wo sie ihre Tat eher verharmlosen.

Dann ist die heutige Jugend – auch in Bezug auf ein Strafverfahren – eher locker drauf?
Ich denke, so ganz allgemein ist es heute nicht einfach, ein Jugendlicher zu sein. Denn Jugendliche sind sehr viel mehr Einflüssen ausgesetzt, als früher. Und ganz wichtig: Das Image ist entscheidend, die Jugendlichen meinen, sie müssten einem Bild entsprechen. Das alles setzt sie möglicherweise unter Druck.

Edward von Niederhäusern, lic. iur, ist Leitender Jugendanwalt der Jugendanwaltschaft See/Oberland in Uster. Von Niederhäusern trat 1988 als Jugendanwalt in die Jugendstrafrechtspflege des Kantons Zürich ein, nachdem er zuvor mehrere Jahre als Erzieher sowie als Leiter der offenen Abteilung des Massnahmezentrums Uitikon (damals noch «Kantonale Arbeitserziehungsanstalt Uitikon-Waldegg») gearbeitet hatte. Dieses Zentrum ist eine Einrichtung für straffällige männliche Jugendliche und junge Erwachsene. Der 65-Jährige wird Ende April pensioniert.

Neu wird die die Jugendanwaltschaft See/Oberland dann von Martina Fankhauser, lic. iur, geleitet. Die 51-Jährige blickt auf eine lange Erfahrungen als Staatsanwältin und Untersuchungsrichterin zurück. Zuletzt war sie als Leitende Staatsanwältin der Allgemeinen Abteilung der Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen tätig. zo

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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