Ein 29-Jähriger mit einer aufgeschlitzten Halsschlagader, aus der fortzu Blut lief, und weiteren Wunden, ein 31-Jähriger mit einem kleinen Stich im Brustkorb – so endete in der zweiten Stunde des 2. Juli 2016 das Züri-Fäscht für zwei Deutsche am Bahnhof Rüti. Dort nämlich waren die beiden in einen Streit geraten, der den Jüngeren beinahe das Leben kostete (wir berichteten mehrfach über den Fall).
«Die Situation wurde immer bedrohlicher»
Wie es zu dazu kam, darüber gibt es zwei Versionen. Zuerst diejenige des Mannes, der später als Verantwortlicher für die Auseinandersetzung ausgemacht wurde und sich deshalb am Dienstag vor dem Bezirksgericht Hinwil verantworten musste.
Der heute 21-jährige Iraker war mit seiner damaligen 18-jährigen Schweizer Freundin am Züri-Fäscht. Nach Mitternacht nahmen sie den Zug nach Hause und stiegen in Rüti aus. Auf dem Perron sei er dann von den beiden am selben Ort ausgestiegenen, stämmigen Deutschen, die schon zuvor «herumgeschrien und Leute beleidigt» hatten, wegen seiner schlanken Statur provoziert worden. «Die Situation wurde immer bedrohlicher», ein Deutscher sagte Dinge wie «du Hurensohn» zu ihm, dann seien sie auf ihn losgegangen. Der Iraker griff zu einem seinen Angaben nach kleinen Sackmesser – und was er danach tat, «das weiss ich nicht; alles ging sehr schnell». In Panik und Angst liefen er und seine Freundin weg, Stunden später stellte sich das Paar.
Der Auslöser: «eine lapidare Kleinststreitigkeit»

