Im Fünf-Minuten-Takt fahren die Rettungswagen am Samstag gegen 21 Uhr in der sonst ruhigen Nebenstrasse oberhalb des Zürcher Bahnhofs Stadelhofen vor. Dann laden die Rettungsteams die Rollbahre aus, auf der ein bewegungsloser Mensch mit Brechbeutel vor dem Gesicht liegt, und Sekunden später sind sie in einem dunkeln Eingang verschwunden, der zu einem unterirdischen Bau führt.
62 Betten stehen bereit
NUK heisst dieser sonderbare Ort. Ursprünglich eine Zivilschutzanlage, ausgerüstet auch für minimale medizinische Behandlungen, stehen heute die rund ein Dutzend Räume als Notunterkunft (NUK) zur Verfügung, wenn die Stadt beispielsweise nach einem Grossbrand auf einen Schlag 40 Menschen vorübergehend ein Dach über dem Kopf bieten muss.
Und an der Street Parade, da dient die NUK Schutz & Rettung Zürich (SRZ) als Ausnüchterungsstelle im XXL-Format. 62 Betten stehen hier bereit für all diejenigen Festbesucher, die derart viel getrunken, geraucht, gespritzt oder eingeworfen haben, dass sie sich selbst oder andere massiv gefährden. Jeder, der eingelieferten wird, wird zuerst von einem Arzt und Intensivpflegepersonal beurteilt, dann gibt es eine Diagnose und Anordnungen, wie der Patient von den 52 Zivilschützern, die hier pro 8-Stunden-Schicht Dienst leisten, zu betreuen ist.

