Was Mitte Morgen des 31. Mai 2016 im Zürcher Oberland passierte, ist sehr ungewöhnlich. Ein Ereignis, das der Staatsanwalt, der sich später mit der Sache zu befassen hatte, in seiner Anklageschrift wie folgt schildert: Ein 57-Jähriger war mit einem Lieferwagen von Illnau nach Gutenswil unterwegs. Vor ihm ein VW Polo, auf den er nah auffuhr. Als der Lieferwagen-Chauffeur überholen wollte, gab der 63-jährige VW-Fahrer Gas.
Abwehr mit Pfefferspray
Kurz darauf kam es dann in Gutenswil zu der Szene, die Fallkenner als «Wildwest» bezeichnen. Der Polo-Fahrer – ironischerweise ein Mann aus der Sicherheitsbranche, der in Deeskalationstechniken geschult ist – hielt auf der Verzweigung Pfäffikerstrasse/Winterthurerstrasse an, stieg aus, ging zum Chauffeur, und es begann sofort ein verbaler Disput, in welchem Wörter wie «Arschloch» und «Schafseckel» fielen, gefolgt von Tätlichkeiten. Dabei packte der Chauffeur seinen Kontrahenten – und biss ihn ins Ohr, sodass es blutete, danach in den Arm und in den Rücken.
Darauf griff das Beissopfer zum Pfefferspray, den es dabeihatte, und nebelte den Angreifer ein. Das liess sich der Chauffeur nicht gefallen: er holte aus dem Lieferwagen ein Beil und führte zwei Schlagbewegungen gegen den Polo-Fahrer durch. Diese Schläge gingen in die Luft, während weitere Schläge gegen den VW ihr Ziel trafen und den Wagen beschädigten. Erst dann ergriff der VW-Lenker die Flucht.
Opfer seit dem Streit arbeitsunfähig

