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Blaulicht

Geld für die Befreiung von Geistern erpresst

Mit der Drohung, böse Mächte und Geister würden brutal zuschlagen, wenn man sie nicht mit Geld gnädig stimme, soll ein Zürcher Oberländer Ehepaar zwei Menschen erpresst haben. Das Bezirksgericht Uster verurteilte nun den Mann, sprach die Frau hingegen frei.

Dämonen, dunkle Mächte, Erscheinung Verstorbener, Exorzismus, ausserirdische Wesen: Die Themen, mit denen sich vor ein paar Tagen fast ein Dutzend Juristinnen und Juristen – Richter und Anwälte – im Verhandlungssaal des Bezirksgerichts Uster befassten, waren sehr, sehr ungewöhnlich. Vor dem Gericht stand ein Oberländer Ehepaar, das – so die Überzeugung des Staatsanwalts – gemeinsam mit vorgetäuschter schwarzer Magie Menschen aufs Schwerste einschüchterte, um zu Geld zu kommen. Das erste Opfer der heute 35-jährigen Frau, die pikanterweise auf einem Notariat im Kanton Zürich arbeitete, und ihres 38-jährigen Mannes war ein Arbeitskollege der Frau.

Laut Anklage wurde dem Kollegen eine schriftliche Todesdrohung zugestellt. Im Geschäft erzählte er davon, worauf ihn die Oberländerin warnte, dass da gefährliche Geister dahintersteckten, sie ihm jedoch helfen könne, da sie «Erfahrung mit solchen Vorkommnissen» habe. Schon wenige Stunden später sagte sie dem Angestellten, sie habe mit den Geistern Kontakt aufnehmen können. Die Geister würden jedoch 10 400 Franken verlangen, damit sie ihre Drohung nicht in Tat umsetzten. Der verängstigte Mann zahlte.

«Die Teufels werden sie nehmen»

Schon ein halbes Jahr später musste dann ein weiterer Notariatskollege, dessen Vater ein paar Monate zuvor gestorben war, und seine Frau dran glauben. Dem Paar wurden gemäss Anklage mehrere mit Fehlern gespickte und teilweise mit «okkult wirkenden Zeichen» verzierte Briefe geschickt, in denen dann etwa stand: «Zu erst war Ihr Vater, jetzt wird Deine Frau mit dem Tod begleitet. Der Tod wird dabei sein mit ihr!!!!! 11 Tage und die Teufels werden sie nehmen.» Um der Sache noch etwas mehr Wirkung zu verleihen, wurde eine brennende Grabkerze in den Briefkasten gestellt.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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