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Blaulicht

Für einmal hielten sich am Hulfteggpass (fast) alle an die Regeln

Die Strasse über den Hulfteggpass ob Steg ist eine beliebte «Rennstrecke». Doch nicht bei jeder Kontrolle schnappt die Polizei einen extremen Schnellfahrer – kleinere Sünder hat’s allerdings immer.

Schnellfahrer im Visier: Mit einem Laser-Messgerät kontrolliert ein St. Galler Kantonspolizist, wer am Hulfteggpass zu schnell unterwegs ist. (Bild: Mano Reichling), Schnellfahrer im Visier: Mit einem Laser-Messgerät kontrolliert ein St. Galler Kantonspolizist, wer am Hulfteggpass zu schnell unterwegs ist. (Bild: Mano Reichling), Zu schnell: Mit über 100 km/h auf der 80er Strecke am Hulfteggpass unterwegs. (Bild: Mano Reichling)

Für einmal hielten sich am Hulfteggpass (fast) alle an die Regeln

«Kurvenreiche Strecke» mahnt ein Signal auf den ersten Metern der Strasse, die von Steg (Fischenthal) auf den Hulfteggpass hinauf führt. Eine Warnung wie eine Einladung für Besitzer von Motorrädern und sportlichen Autos. Diese Tempobegeisterten, so klagen Anwohner, brettern bei schönem Wetter vor allem abends und an Wochenenden über den 954 Meter hohen Pass zwischen den Kantonen Zürich und St. Gallen.

«Hunderterfahrer» im Visier

Das hat gefährliche Situationen für andere Verkehrsteilnehmer, Lärm und zuweilen auch Unfälle zur Folge. Mit Kontrollen versucht die Polizei «diese Unfallhäufigkeit zu reduzieren», wie Norbert Jung von der Kantonspolizei St. Gallen sagt. Deshalb hat er – gut getarnt auf dem Balkon eines Bauernhauses – zusammen mit weiteren Beamten am Dienstagmittag, 5. Juli 2016, eineinhalb Stunden lang mit einem Laser-Messgerät an der Passstrasse das Tempo der Richtung Oberland Fahrenden kontrolliert.

Allerdings mit einem speziellen Augenmerk, denn angehalten wurden lediglich wirklich schnelle Schnellfahrer. Oder anders gesagt: nur wer mit mindestens 105 km/h auf der 80-er-Strecke am Kontrollpunkt vorbeidonnerte. Wer diese Grenze überschreitet, kann auch nicht mehr einfach eine Busse zahlen, und damit ist der Fall erledigt, sondern er wird verzeigt – und dann kostete es schnell einmal ein paar hundert Franken.

Zu schnell und unangegurtet

Die gute Nachricht: Gefährte mit über 105 km/h auf dem Tacho gingen bei der jüngsten Kontrolle nicht ins Netz. Die schlechte Nachricht: trotzdem extrem schwachem Verkehr blieben zwei Lenker hängen. Der eine, ein Zürcher Kombifahrer, war mit 103 km/h und unangegurtet Richtung Pass gejagt; der andere, ein Zürcher Harley-Davidson-Fahrer, war ebenfalls zu schnell und mit einem zu lauten Töff unterwegs. Beide hatten insofern Glück, als ihnen wegen der Geschwindigkeit keine Busse präsentiert wurde, das Nichttragen des Gurtes schlug dann allerdings mit 60 Franken zu Buche, und der Harley-Fahrer wurde verzeigt.

Auch präventive Wirkung

Auch wenn sich für einmal (fast) alle an die Temporegeln hielten, war die Kontrolle am Dienstag nicht vergebens. Laut Norbert Jung haben solche Aktionen immer auch einen präventiven Wert, wenn sich herumspricht, dass die Polizei an Schnellfahrerstrecken Kontrollen durchführt.

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