Wädenswiler Opfer bot Tantra-Massagen in Uster an
Die Ermittlungen der Kantonspolizei Zürich im Fall des am Freitagnachmittag tot aufgefundenen Ehepaars in Wädenswil sind in vollem Gang. Laut bisherigen Erkenntnissen erschoss ein 64-jähriger Mann seine Frau mit einer Schusswaffe, ehe er sich selbst richtete.
Über den Tathergang und das Motiv ist noch nichts bekannt. Die «Zürichsee-Zeitung» stellte am Sonntag aber die Tätigkeit der 62-jährigen Ehefrau als Tantra-Masseuse in den Raum. In der doppelstöckigen Wohnung habe sie ein Studio geführt, wo sie sinnliche Ganzkörperöl- und Prostatamassagen anbot. Ob dies eventuell die Eifersucht des Ehemanns geweckt haben könnte, werde gegenwärtig noch abgeklärt, sagt Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich. «Nach unseren Informationen ist der Tat kein lautstarker Streit vorausgegangen.»
Zuvor in Uster wohnhaft
Bevor das Ehepaar vor einem Jahr nach Wädenswil zog, wohnte es in Uster. Auch dort soll die Frau bereits erotische Massagen angeboten haben. Auf ihrer Website schrieb sie: «Ich war gezwungen, Brücken abzubrechen, mein sogenannter Freundeskreis hat sich distanziert, und für die meisten Mitmenschen ist meine Dienstleistung nach wie vor anrüchig, unaussprechlich und gehört in das entsprechende Rotlichtmilieu.»
Die Arbeit in der Erotikbranche bezeichnete sie als Berufung. Sie habe dabei aus ihren vorherigen Tätigkeiten ausbrechen können, die mit viel Stress und Leistungsdruck verbunden gewesen seien. Gemäss der «Zürichsee-Zeitung» hatte sie zuvor während vieler Jahre in einer selbst gegründeten Werbeagentur gearbeitet. (zür)
