«Biodanza» – «Bio, was?» – ein Hobby mit sonderbarem Namen
Was ist Biodanza?
«Biodanza ist ein Tanz aus Südamerika, Chile. Was ihn speziell macht ist ein Zusammenwirken von Musik, Bewegung und Begegnung. Der Tanz kommt ohne Choreografie aus, ohne vorgegebene Schrittabfolgen, die man sich einprägen müsste», sagt Mélanie Pitteloud, die Kursleiterin von Biodanza.
«Bei diesem Tanz wird niemand korrigiert.»
Melanie Pitteloud, Biodanza-Kursleiterin
«Zugleich handelt es sich nicht um Freestyle, denn die Übungen haben eine Grundstruktur.» Man tanze alleine, zu zweit, zu dritt oder in einer grösseren Gruppe. «Bei diesem Tanz wird niemand korrigiert, es gibt weder ein ‹ richtig oder falsch › noch eine Spiegelwand, in der man sich die ganze Zeit selber anschaut» erklärt die 42-jährige, die in Bertschikon aufgewachsen ist. Stattdessen könne man sich auf einer non-verbalen Ebene mit anderen Tanzenden verbinden, ein besseres Gefühl für sich selbst bekommen.
Was hat Biodanza mit «Bio» am Hut?
«Es hat Nichts mit Bio, dem grünen Label oder Gemüse zu tun, aber ‹ Bios › heisst ‹ Leben › auf griechisch», sagt Mélanie Pitteloud. Biodanza sei demnach ein Tanz des Lebens. «Es geht um die Lebendigkeit und mitunter auch darum, den eigenen Körper besser zu spüren und sich in ihm wohlzufühlen.» Es könne die eigene Vitalität steigern. «Es gibt auch Übungen, die gezielt zum Abbau von chronischen Muskelverspannungen eingesetzt werden.»
Welche Musik wird gespielt?
Von Klassik über die Beatles über brasilianische Sambaklänge bis hin zu Dixieland sei der Musikstil breit gefächert. «Wir wählen Musik, die zum Rhythmus des Menschen passt – also kein Techno, der stark durchgetaktet und perfekt rhythmisiert ist.» Die Musik helfe den Teilnehmenden, sich natürlich zu bewegen, die eigene Neugierde zu wecken und sich dabei auch selber neu kennen zu lernen.
Woher kommt dieser Tanz?
«Biodanza ist vom Ethnologen und Psychologen Rolando Toro in Chile in den Sechzigerjahren erfunden worden», sagt Pitteloud. Der Tanz passe zur Ethnologie, also zur Völkerkunde. «Innerhalb von kurzer Zeit können sich die unterschiedlichsten Menschen miteinander verbunden fühlen».
«Auch unrhythmische Menschen interessieren sich für Biodanza.»
Melanie Pitteloud, Biodanza-Kursleiterin
Zu wem passt Biodanza?
«Auch unrhythmische Menschen interessieren sich für Biodanza», sagt Mélanie Pitteloud. «Ob extrovertiert, introvertiert, jung, alt, heterosexuell oder queer, Biodanza kann für alle Menschen spannend sein.» Unter den Teilnehmenden seien zum Beispiel ein 25-jähriger Logistiker, eine 30-jährige Neurologin, ein 70-jähriger pensionierter Gymilehrer und medizinische Praxisassitentinnen. «Der schönste Moment für mich war, als eine 30-Jährige ihre eigene Oma in den Kurs mitgenommen hat.» Sie meinte danach, sie gehe jetzt nach Hause und schaue, ob es auch an ihrem Wohnort in Berlin solche Angebote gebe.
Biodanza findet an den Samstagen, 1. Oktober, 5. November und 3. Dezember von 10.30 bis um 16.30 Uhr statt.
Wo: Bewegungsraum Komedth, Florastrasse 14, 8610 Uster. Fürs Kennenlernen/Schnuppern kann auch ein einzelner Samstag gebucht werden.
Anmeldungen hier: https://biodanza-vereinigung.ch/kursangebote/monatlicher-kurs
Kursleiterin: Mélanie Pitteloud (42), dipl. Biodanzalehrerin und Ethnologin, aufgewachsen in Bertschikon.