Wunsch nach Stillbänkli für Winterthur
An Sitzgelegenheiten mangelt es in Winterthur derzeit nicht. Seit Beginn der Bänkli-Aktion der Jungen Altstadt Anfang Mai stehen in der Eulachstadt 76 farbenprächtige Bänklis in der Altstadt. Ein ganz bestimmtes Bänkli fehlt in Winterthur allerdings noch: eins für frischgebackene Mamis.
Zwei Winterthurer Stillberaterinnen, die ehrenamtlich für die Nonprofit-Organisation La Leche League Schweiz arbeiten, haben diesen Wunsch kürzlich auf Facebook kundgetan. Sarah Dietschweiler und Anita Zurbuchen hoffen, dass bis zur Weltstillwoche vom 16. bis 23. September ein sogenannten Stillbänkli in Winterthur stehen wird.
Mehr Toleranz für das Stillen in der Öffentlichkeit
Sarah Dietschweiler erklärt die Idee dahinter: «Es soll stillenden Müttern eine gemütliche Sitzgelegenheit bieten und vielleicht auch ein Ort sein, um Kontakte mit anderen Müttern zu knüpfen.» Gleichzeitig wollen die Initiantinnen mit der Aktion auch mehr Toleranz für das Stillen in der Öffentlichkeit schaffen. «Es soll als etwas Normales, Positives angesehen werden», wünscht sich die Winterthurerin.
«Stillen ist das Natürlichste der Welt»
Heute seien stillende Mamis in der Öffentlichkeit noch immer ein eher ungewöhnliches Bild, wie Sarah Dietschweiler anmerkt. «Vielen Leuten ist nicht bewusst, das Stillen das Natürlichste der Welt ist», sagt sie, «es fördert die Bindung und das Vertrauen zwischen Mutter und Kind.» Die Muttermilch enthalte alle nötigen Nährstoffe sowie Antikörper und schütze das Kind beispielsweise vor Infekten.
Interesse an Stillbank vorhanden
In Schaffhausen existiert seit letztem Jahr bereits ein Stillbänkli – ebenso im Bezirk Meilen in Küsnacht am Zürichsee. Sarah Dietschweiler ist überzeugt, dass der Sitzplatz für Mamis auch in Winterthur auf Interesse stossen würde.
Monatlich organisiert sie mit Anita Zurbuchen in Winterthur zwei Stilltreffen, bei welchen sie Informationen und individuelle Unterstützung rund ums Thema Stillen gibt. «Diese Treffen werden rege besucht, darum denken wir, dass der Nutzen eines solchen Bänklis bestimmt da ist», sagt sie.
Hoffnung auf private Unterstützung
Auf Facebook wurde den Stillberaterinnen geraten, für die Gestaltung des Bänklis den Winterthurer Künstler Erwin Schatzmann anzufragen. Diesem Tipp seien sie bisher noch nicht nachgegangen. Aber mit der Stadt Winterthur hat Sarah Dietschweiler bereits Kontakt aufgenommen. Allerdings mit wenig Erfolg. Ein städtisches Bänkli dafür individuell zu gestalten sei nicht möglich, weil es nicht ins Gesamtbild passe, hiess es.
Trotzdem wollen die Stillberaterinnen nicht aufgeben. Sie träumen davon, das Stillbänkli bis September an einem öffentlichen Platz einzuweihen. «Toll wäre natürlich eine belebte Stelle, wo es oft genutzt wird. Super fänden wir eine Stillbank im Stadtpark oder im Bäumli», sagt Sarah Dietschweiler. Nun vertrauen sie auf anderweitige Unterstützung. «Wir hoffen, dass eine Privatperson auf uns zukommt, zum Beispiel ein Ladenbesitzer, der uns ein Plätzchen für das Bänkli anbietet.»

