Städtische Pensionskasse mit bescheidener Rendite
Die Pensionskasse der Stadt Winterthur hat auch schon einfachere Zeiten vorgefunden. Das weiter gesunkene Zinsumfeld macht ihr zu schaffen. Nun stellte die städtische Pensionskasse ihren Geschäftsbericht 2016 vor.
Die Pensionskasse erwirtschaftete 2016 eine Nettorendite von 3,7 Prozent, die erforderliche Sollrendite von 2,8 Prozent konnte also übertroffen werden. Gemäss eigener Einschätzung habe die Pensionskasse deshalb «insgesamt ein den Finanzmarkt-Umständen entsprechendes Ergebnis erzielt».
Nicht ausreichend finanziert
Das Bruttovermögen betrug Ende Jahr 1,884 Milliarden Franken. Der Deckungsgrad konnte leicht von 93,5 auf 94,5 Prozent erhöht werden, wie die Pensionskasse am Mittwoch mitteilte. Trotz dieser Steigerung ist die Kasse somit nicht ausreichend finanziert.
Bereits im März kommunizierte die Pensionskasse, dass für die Sanierung noch mehr Geld nötig ist. Die Winterthurer Parteien äusserten sich bereits kritisch über die Verfassung der Pensionskasse. Der Stadtrat prüft nun, ob er den ganzen Fehlbetrag von 160 Millionen Franken übernehmen soll. Der Deckungsgrad der Kasse würde durch diese Massnahme per sofort auf 100 Prozent steigen. Das letzte Wort dürfte das Volk haben.
Im Geschäftsbericht wird auch ein Grund für die bei vorsichtiger Bilanzierung doch erhebliche Unterdeckung der städtischen Pensionskasse. «Die Ursache liegt in zu hohen Leistungsversprechen aus der Vergangenheit, als die städtische Pensionskasse noch über eine indirekte Staatsgarantie verfügte», heisst es im Bericht. Der grösste Teil der benötigten zusätzlichen finanziellen Mittel diene denn auch der korrekten Nachfinanzierung der bereits laufenden Renten.
Bis zu 13 Prozent weniger Rente
Die Angestellten müssen sich ab 2020 zudem mit weniger Rente begnügen. Die Kasse rechnet mit einer Kürzung der voraussichtlichen Altersrente von 5 bis 13 Prozent im Vergleich zu heute. Der Umwandlungssatz soll von 6 auf 5 Prozent gesenkt werden.
Die Pensionskasse der Stadt Winterthur wurde Anfang 2014 verselbständigt. Bis dahin war sie eine unselbstständige öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtung. Sie startete mit einem viel zu tiefen Deckungsgrad von 88,4 Prozent, was teure Sanierungsmassnahmen nötig machte. Die Sanierung ist immer noch nicht abgeschlossen. Der Stadtrat geht bei gleichbleibender Lage davon aus, dass die Sanierungsdauer mehr als zwanzig Jahre betragen würde.
Polizeibeamtenverband neu im Stiftungsrat vertreten
Gleichzeitig gab es bei der Pensionskasse einen Wechsel in deren Stiftungsrat. Infolge einer Ersatzwahl eines Arbeitnehmer-Vertreters wurde von den Versicherten Marco Bollmann in den Rat gewählt. Das Vorstandsmitglied des Polizeibeamtenverbands tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Ueli Erb an. (sda/mth)

