Neue Wirtin in der «Tanne»
Die Zukunft des Gasthauses zur Tanne ist in Bauma seit Monaten Gesprächsthema. Im letzten Dezember hat der bisherige Pächter Ismet Cungu gekündigt. Nun hat die Gemeinde, der das Restaurant gehört, mit Nadine Kahn eine neue Wirtin gefunden. Kahn wird ab Mitte August die «Tanne» zusammen mit ihrem Mann und weiteren Mitarbeitenden führen. Sie hat bereits Erfahrung im Gastgewerbe und arbeitete zuletzt im Service. Ihr Mann, der Koch ist, wird für die Speisen sorgen.
Optimistischer Gemeinderat
Die neue Pächterin hat mit der Gemeinde einen Pachtvertrag über drei Jahre abgeschlossen. Wenn sie erfolgreich ist und das Restaurant gut läuft, werde nach Ablauf dieser Vertragsfrist ein Fünfjahresvertrag vereinbart, sagt Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos). Auf eine Umsatzmiete habe man verzichtet, dafür wurde der Pachtzins leicht erhöht, sagt Sudler. Er schaue optimistisch auf die angehende Zusammenarbeit. «Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der neuen Pächterin eine nachhaltige Lösung gefunden haben.» In der Vergangenheit stand das Gasthaus wiederholt leer.
Die «Tannen-Kommission», bestehend aus Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos), Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich und den beiden Gemeinderäten Rudolf Bertels (FDP) und Jürg Bosshard (parteilos), entschied sich nach mehreren Gesprächen für Nadine Kahn. Insgesamt erhielt die Gemeinde Anfragen von sieben weiteren Interessenten. Von diesen führten sechs bereits ein anderes Restaurant. Für die Kommission, erklärt Sudler, stand aber von Beginn weg fest, dass wenn möglich jemand ausgewählt wird, der sich voll und ganz auf das Restaurant Tanne konzentriere. «Das war der entscheidende Grund, weshalb sich die Kommission für Kahn entschied», so Sudler.
In der Kritik gestanden
Seit Zeit wird in Bauma immer wieder über die Zukunft des Gasthauses zur Tanne diskutiert. So konnte man in der «Baumerziitig» anfangs Jahr polemische Verse über das Restaurant und die Gemeindepolitik lesen. Auch die IG Pro Bauma, welche die Finanzpolitik der Gemeinde hinsichtlich des Gasthauses seit längerer Zeit mit Argwohn beobachtete, äusserte sich mehrmals kritisch.
IG Präsident Werner Berger sprach davon, dass man die «Tanne» verkaufen solle, wenn man Angebote von über einer Million erhalte, da das Restaurant dem Steuerzahler teuer komme. Im Zuge der Gewerbeshow Bauma führte die IG Pro Bauma eine Umfrage unter den Besuchern durch und wollte wissen, wie diese bezüglich der «Tanne» eingestellt sind. Kritisiert wurde unter anderem, dass die «Tanne» den Wettbewerb verzehre und nur dank der Unterstützung durch die Gemeinde tiefere Preise als andere Restaurants anbieten könne.
Nachdem der Gemeinderat kürzlich ein Liegenschaftenkonzept für 38 Gebäude im Besitz der Gemeinde erstellte, wird nun eine Liegenschaftenstrategie erarbeitet. Diese wird voraussichtlich Ende Jahr vorliegen. Danach werde entschieden, wie es mit Liegenschaften, die nicht zwingend im Portfolio der Gemeinde bleiben müssen, weitergehen soll, sagt Sudler. (Rafael Lutz)

