Jetzt geht das Rennen um Ernis Nachfolge los
Nach fast sieben Jahren ist Schluss: Pfäffikons Gemeindepräsident Bruno Erni (parteilos) hat seinen vorzeitigen Rücktritt eingereicht (wir berichteten). Der Entscheid sei ihm schwer gefallen, sagt er. «Ich bin ein Mensch, der nicht so schnell aufgibt.» Sein Amt übe er sehr gerne aus. «Als ich 2014 mit so einem guten Ergebnis wieder gewählt wurde, war das ein riesiger Motivationsschub für mich.»
Der Rücktritt erfolgt aus gesundheitlichen Gründen. 2012 erlitt Erni einen Aortenriss und war fünf Monate lang krankgeschrieben. Vom Aortenriss habe er sich gut erholt, wie er sagt. Alle neun Monate muss er sich einer umfassenden Kontrolle im Unispital unterziehen.
Im Frühling veränderte sich jedoch sein gesundheitlicher Zustand: «Ich verspürte immer wieder Schmerzen im Brustbereich», sagt der 62-Jährige. Eine Untersuchung im Spital habe zwar gezeigt, dass mit seinem Herzen grundsätzlich alles in Ordnung sei. «Als ehemaliger Handballer kommt mir meine gesundheitliche Statur zugute und auch der fröhliche Gesang fördert die Gesundheit. Doch die nervliche Belastung ist grösser, als ich dachte.» Die Ärzte hätten ihm geraten, kürzer zu treten.
SVP mit einem Kandidaten
Im Gemeinderat ist das Bedauern über Ernis vorzeitigen Rücktritt gross. Karin Hügli Schweizer (EVP) sagt, sie verstehe Ernis Entscheid. Die Nachricht habe sie sehr überrascht. «Ich ging davon aus, dass er seine Amtszeit beendet.» Hügli Schweizer bezeichnet Erni als «einen, der Menschen liebt». Er sei sehr konziliant und Kompromiss suchend.
Die Ersatzwahl wird voraussichtlich im ersten Quartal 2017 stattfinden. Bereits bringen sich die Parteien in Stellung. Allen voran die SVP, die bei den letzten Wahlen keinen Gemeinderat stellen konnte. SVP-Vizepräsident Marco Hirzel sagt, die Partei habe sich im Hinblick auf die Gemeindewahlen 2018 Gedanken über allfällige Kandidaten für das Präsidium gemacht. «Es gibt einen potenziellen Kandidaten: mich.»
Ob er bereits nächstes Frühjahr antreten will oder kann, weiss er noch nicht. Klar ist aber: Die SVP will ab 2018 wieder zwei Vertreter in der Exekutive. «Wir sind im Gespräch mit weiteren Interessenten für den Gemeinderat.» Hirzel fügt an: «Dass Bruno Erni aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Amt austritt, kommt unerwartet. Ich hoffe, dass er sich möglichst bald erholt.»
« Habe grundsätzlich Lust »
Ernis Gemeinderatskollegen äussern vorsichtiger über ihre Pläne. Lukas Steudler (FDP) hatte Erni 2014 als Gemeindepräsident herausgefordert, war aber klar unterlegen. Heute amtet Steudler als Bauvorstand. Ob er sich nochmals an eine Kandidatur wagt, lässt er offen. Eine Kandidatur müsse er erst in der Partei und mit seinem Arbeitgeber besprechen. «Grundsätzlich habe ich aber Lust, nochmals anzutreten.» Sein Parteikollege Stefan Gubler, der zweite Vizepräsident «sagt weder Ja noch Nein» zu einer Kandidatur.
Für Vizepräsidentin Erika Walt (parteilos) kommt eine Kandidatur nicht infrage. «Ich bin jetzt 22 Jahre im Gemeinderat. Das ist genug.» Mit Blick auf die Ersatzwahl fügt sie an: «Viel Zeit bleibt den Parteien nicht, um Kandidaten aufzustellen», sagt Walt. «Ich hoffe, die Parteien sprechen sich untereinander ab, damit der Wahlkampf nicht in einem Hickhack endet. Das politische Klima ist im Moment rauh in Pfäffikon.»
Die SP winkt ab
Karin Hügli Schweizer gibt an: «Für eine solche Aussage ist es noch viel zu früh. Wir wurden erst am Dienstag Abend vom Rücktritt informiert.» Die restlichen Gemeinderäte winken ab: Hanspeter Hugentobler (EVP) sagt, er sei «sehr zufrieden» mit dem Schulpräsidium. Pius Amstutz (CVP) will nach Ende der Amtsperiode nicht mehr als Gemeinderat antreten.
Ebenfalls nicht im Gemeinderat vertreten ist die SP. Einen möglichen Nachfolger wird sie kaum stellen, wie Parteipräsident Mario Snozzi sagt. «Wir sind mit möglichen Kandidaten für ein solches Amt eher unterversorgt», sagt er. «Es wäre schwierig, jemanden ohne Behördenerfahrung zu stellen.»

