Herr Dürrenberger, wie wird die Belastung durch Handy- oder Antennenstrahlung gemessen?
Gregor Dürrenberger: Die Strahlung von Antennen wird vom Körper absorbiert und in Wärme umgesetzt. Auf dieser Wärmeentwicklung fussen die gesetzlichen Bestimmungen. Ab einer Erhöhung der Körpertemperatur von einem Grad Celsius gehen Mediziner von einer möglichen Gefährdung der Gesundheit aus.
«Die Schweizer Vorgaben sind strenger als der international übliche Grenzwert.»
Der Grenzwert ist also so bemessen, dass sich die Körpertemperatur von Menschen im Umfeld einer Antenne um maximal ein Grad Celsius erhöhen darf?
Nein. In der Schweiz ist die maximal zulässige Strahlungsleistung an Orten, wo sich Menschen regelmässig für längere Zeit aufhalten können, also Wohnungen, Schulen, Büros, 5000 Mal strenger als es aus rein medizinischen Gesichtspunkten nötig wäre. Hier berücksichtigt der Gesetzgeber das Vorsorgeprinzip: Weil nicht alles über mögliche Auswirkungen von Strahlung bekannt ist, hat man sehr grosse Sicherheitsmargen eingebaut. Diese Schweizer Vorgaben sind übrigens strenger als der international übliche Grenzwert.
Kritiker sagen, dieser Grenzwert greife zu kurz, denn es gehe nicht nur um die Erwärmung. Wie intensiv befasst sich die Wissenschaft mit der Frage, ob es noch weitere Schäden durch Handystrahlen gibt?
Äusserst intensiv – gerade auch deshalb, weil es eine politisch brisante Frage ist. Über die Wärmewirkung wird heute kaum mehr geforscht, da ist fast alles bekannt. Die Forschung konzentriert sich auf mögliche andere Wirkungen.
«Die Fakten sprechen gegen eine schädliche Wirkung.»

