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Politik

Bevölkerung von Bauma spricht sich für Pumptrack-Bau aus

Pumptracks sind beliebt – aber nicht ganz billig. Trotzdem wollen die Baumer Stimmberechtigten Geld für ein solches Projekt in die Hand nehmen. Alle Fragen sind aber noch nicht geklärt.

Der Pumptrack in Rikon – der erste fixe im Tösstal – diente den Initianten in Bauma als Vorbild.

Foto: André Gutzwiller

Bevölkerung von Bauma spricht sich für Pumptrack-Bau aus

Überraschung an Gemeindeversammlung

Jetzt ist die Gemeinde gefragt: Die Baumerinnen und Baumer sagen Ja zur Pumptrack-Initiative. Innert anderthalb Jahren muss der Gemeinderat nun eine konkrete Vorlage ausarbeiten. Zuvor hatte er ein Nein empfohlen.

Erfolg für Turi Manz und die vier Mitunterzeichner der Pumptrack-Einzelinitiative: An der Gemeindeversammlung vom Montagabend haben die anwesenden Baumerinnen und Baumer die Vorlage angenommen. Und das mit 94 Ja- zu 59 Nein-Stimmen auch einigermassen deutlich.

Der Gemeinderat erhält damit den Auftrag, innert anderthalb Jahren eine Vorlage für den Bau eines asphaltierten Pumptracks auszuarbeiten, über die dann erneut abgestimmt wird. Diese wird neben den tatsächlichen Kosten – Initiant Manz hatte sie vorab auf rund 250’000 Franken geschätzt – auch die Ausgaben für den Kauf des Lands enthalten, auf dem die Anlage errichtet werden soll.

Die hohen anstehenden Investitionen und die Frage nach dem passenden Grundstück waren denn auch der Hauptgrund für den Gemeinderat, das Geschäft zur Ablehnung zu empfehlen, zumal man selbst kein passendes Grundstück hat. Weiter wies die Exekutive darauf hin, dass ein Landerwerb die Projektkosten in die Höhe schnellen lassen könnte.

Für Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich bleibt da noch eine weitere Frage: «Von Interesse wird auch sein, wer für die Betriebs- und Unterhaltskosten aufkommen wird.»

Pumptrack-Standort in Sichtweite?

Von diesen Bedenken liessen sich die Bürgerinnen und Bürger offensichtlich nicht abschrecken. Und auch nicht von der Tatsache, dass die Gemeinde mit einem Jugendkonzept im kommenden Jahr ohnehin verschiedene Freizeitangebote für Jugendliche prüfen will.

In Bauma hatte es bereits vor der Initiative Diskussionen über den Bau eines Pumptracks gegeben. «Konkret wurden diese Gespräche aber nie», sagt Fröhlich. Das ändert sich nun also.

Ganz zur Freude des Komitees um IG-Pro-Bauma-Mitinitiant Turi Manz. Er hatte im Vorfeld betont, dass die Baumer Jugend dringend einen «echten Freizeitort» brauche. «Wir sind angenehm überrascht, dass die Versammlung ihre Meinung so deutlich geäussert hat», sagt Manz zum Ergebnis.

Man sieht einen Jungen, der auf einem BMX-Rad durch einen Pumptrack fährt.
Der Gemeinderat Bauma hatte sich gegen einen Pumptrack-Bau eingesetzt, unter anderem mangels eines passenden Grundstücks.

Zwar habe er mit einer Annahme gerechnet, nicht aber, dass sie so deutlich ausfalle. Den Bedenken der Gemeinde hinsichtlich des Grundstücks entgegnet er: «Um das Jugendkonzept umzusetzen, braucht der Gemeinderat schliesslich auch Land.»

Anders als von der Exekutive befürchtet, habe er bereits mündliche Zusagen von mehreren Landbesitzern erhalten, um über einen möglichen Erwerb zu verhandeln. «Ich sehe das als Vertrauensbeweis und bin guter Dinge, dass wir einen geeigneten Platz finden.»

Kindergarten in neuer Überbauung

Neben der Einzelinitiative zum Pumptrack-Bau gaben die Anwesenden mit grosser Mehrheit grünes Licht für den Mietvertrag mit der Immobilienfirma J&G Property Invest AG. Dieser läuft vorerst über zehn Jahre, der Mietzins beläuft sich auf total rund 71’000 Franken.

Die Gemeinde hatte bereits im April 2023 eine Absichtserklärung unterzeichnet, sich mit einem Kindergarten in der geplanten Überbauung Dihei in Saland einzumieten.

Man sieht mehrere Baugespanne auf einem unbebauten Stück Wiese.
In einem der sechs Wohnblöcke, die im Rahmen des Projekts «Dihei» in Saland gebaut werden, wird die Gemeinde einen Kindergarten realisieren.

Dies vor allem, weil wegen der vielen Wohnprojekte in der Gemeinde in naher Zukunft mehr Kindergartenplätze zur Verfügung stehen müssen. Das Bauprojekt ist bewilligt und soll nach heutigem Stand zum 1. Juli 2026 fertig werden.

Ein weiteres Traktandum, die Genehmigung der Siedlungsentwässerungsverordnung (Sevo), hat der Gemeinderat kurzfristig zur Überarbeitung zurückgezogen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Akzeptanz der Vorlage nicht gegeben ist.

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