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«Benzin und heisse Luft, das ist der VW-LT-Geschmack»​​​​​​​

Züriost stellt in einer Sommerserie Menschen und ihre Campingbusse vor. Den Anfang macht die Familie Gadient aus Saland, die mit ihrem roten VW LT einen Monat lang durch den Balkan gefahren ist.

Familie Gadient aus Saland besitzt einen VW LT aus den 80er Jahren., Von links: Vater Andrin, Daan, Jaron, Mutter Christina und Amos., Andrin Gadient hat den Innenausbau mit Freunden selbst realisiert., Den Bus hat er vor rund 10 Jahren gekauft. Heute ist Andrin Gadient 31 Jahre alt., Im VW-Bus kann selbst gekocht werden. Auch ein Kühlschrank ist eingebaut., Der Motor befindet sich zwischen den Frontsitzen, was ganz schön laut werden kann., Während eines Monats sind die Gadients durch den Balkan gereist., Die Familie übernachtete meist auf Campingplätzen., Ab und zu wurde auch mal wild gecampt.

PD

«Benzin und heisse Luft, das ist der VW-LT-Geschmack»​​​​​​​

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde bereits im Jahr 2019 erstellt und publiziert. Anlässlich des «Büssli-Booms» 2021 haben wir diesen Artikel wieder ausgegraben. Es kann deshalb sein, dass gewisse Angaben zu Personen und/oder Umständen nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen. 

 

Knallig rot, mit einem schachbrett-artigen Muster auf der Seite: Das ist der VW LT der Familie Gadient aus Saland. Der Bus aus der 35er Serie stammt aus den 80er Jahren. Einen Oldtimer sieht sein Besitzer dennoch nicht in ihm. Andrin Gadient sagt: « Da sind zwar schon noch ein paar Originalteile drin, aber wir haben ausser dem Chassis und dem Motor einiges verändert. »

Der 31-Jährige Familienvater besitzt den Bus, seit er 20 Jahre alt ist. Erworben hat er ihn damals für seine Freunde. « Für Motocross- und Biketrips in die Berge. Den Töff haben wir in den Wagen gestellt. »  Seither haben sich die Routen seines Gefährts etwas geändert. Der Sport steht weniger im Vordergrund. Gerade ist Gadient mit seiner Familie von einem längeren Roadtrip durch den Balkan zurückgekehrt. Angefangen in Österreich, dann Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Ungarn und zurück über die Slowakei.

Burgen und Spielplätze 

Für die Gadients war es nicht das erste Mal, dass sie Südosteuropa erforscht haben. Bereits auf ihrer einjährigen Weltreise nach der Heirat 2012 waren Andrin und Christina Gadient im Balkan unterwegs. Damals aber noch ohne Kinder. « Das war jetzt heuer schon ein Unterschied » , sagt der dreifache Vater. « Wir haben dieses Mal vor allem Burgen und Spielplätze besichtigt. »

Meistens hätten sie wegen der Kinder auf Campingplätzen übernachtet, statt wild zu campieren. « Der Zugang zu Frischwasser macht vieles leichter » , so Gadient. Auf den Plätzen seien sie dann auch dem einen oder anderen aufgefallen. Jedoch nicht – wie man annehmen könnte – wegen der Farbe und Musterung des VW-Busses. « Die Leute haben oft gestaunt, dass wir zu fünft in den Bus passen » , so der Tössthaler. Tatsächlich werde es in dem Gefährt langsam eng. « Jetzt passen wir gerade noch alle auf eine Matratze. »

Ein Bus  – ein Geruch

Gadients Ältester, Daan, hat soeben auf der Reise seinen fünften Geburtstag gefeiert. Er wird ab August in den Kindergarten gehen. « So spontane Reisen sind dann nicht mehr möglich » , sagt Christina Gadient. Die Familie spielt deshalb auch mit dem Gedanken, den Bus zu verkaufen. Je länger Andrin Gadient jedoch über die Geschichte seines Campers erzählt, desto wehmütiger wird sein Ton: « Da hängen schon viele Erinnerungen daran » . Selbst einen Geruch assoziiere er mit dem Vierräder. « Benzin und heisse Luft, das ist der LT-Geschmack. »

Heiss werde es in dem Bus sowieso schnell. Dann kann es passieren, dass es Probleme mit dem Kühlwasser gibt – gemäss Gadient eine typische « Macke »  seines Buses. Mit kleineren Ausfällen kommt der Salander alleine zurecht. « Das ist auch der Vorteil gegenüber einem neuen Wagen. Hier liegt noch alles offen, ich kann vieles selber reparieren. »

Eigener Soundtrack für unterwegs

Gadient denkt aber nicht nur an die Technik, die den Reiz an einem Oldtimer-Gefährt ausmacht. « Hier kommt die Ferienstimmung schon beim Fahren. »  Das liege auch am Reiserhythmus. « Die Autobahn benutzen wir so gut wie nie. »  Der VW-Bus schaffe es auf maximal 110 Kilometer pro Stunde. « Und dann ist der Motor so laut, dass man sich kaum noch unterhalten kann » , so Gadient und zeigt zwischen die beiden Frontsitze, wo sich das Motorgehäuse befindet.

Mittlerweile stecken in dem Bus ein paar tausend Franken. Gadient hat mit seinen Freunden den Innenausbau komplett selbst realisiert: Den Boden gelegt, den Kühlschrank und Gasherd eingebaut, die Sitzbänke und Matratzen eingepasst. Auch die Musikanlage ist Eigenbau. « Der Bus hat seinen eigenen Soundtrack. »  Unterwegs höre er seit Jahren dieselben Bands, erzählt Gadient mit nostalgischem Unterton. « Soll ich den Bus wirklich verkaufen? »

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